Bauwende_konkret

Termin

12 Termine: vom 29. September 2022 bis 19. April 2023, jeweils 16.00 bis 19.30 Uhr

Unterrichtseinheiten: 48

Ort

Architektenkammer Berlin, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

Zielgruppe

Die Workshop-Reihe richtet sich an Mitglieder der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und des Ingenieurwesens zusammen mit ihren Auftraggebenden sowie Absolventinnen und Absolventen mit Grundwissen (mind. 6 Monate Büro- bzw. Verwaltungserfahrung).

Fortbildung für Absolventinnen und Absolventen als Eintragungsvoraussetzung gemäß §14 Fortbildungs- und Praktikumsordnung AKB geeignet.

Lernziel

Die Workshop-Reihe vermittelt wichtige BNB-/DGNB-Nachhaltigkeits-Prinzipien am konkret angewendeten Projekt, mit oder ohne angestrebte Zertifizierung (Ökobilanzierung, kreislaufgerechtes Bauen mit nachwachsenden Baustoffen, Re-Cycle, Re-Pair, Re-Use). Die Teilnehmenden wissen im Anschluss, wie sie Klima- und Ressourcenschutzplanung bereits in frühen Leistungsphasen der HOAI implementieren und unterschiedliche Fachdisziplinen im integralen Planungsprozess von Anfang an integrieren können.

Inhalt

Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2016 schreibt auch Deutschland konkretes Handeln vor. Der aktuelle Ukraine-Krieg zwingt noch einmal mehr zum raschen Umdenken. Für das globale Ziel, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müssen wir neben Klimaanpassungsstrategien vor allem unsere Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Bauherrinnen und Bauherren sowie Fachleute der Planung haben deshalb ein wachsendes Interesse, anspruchsvolle Nachhaltigkeitsqualitäten bei der Gebäudeplanung zu berücksichtigen.

Mit der Neufassung der Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) vom 1.12.2021 werden für öffentliche Bauvorhaben in Berlin weitere ambitionierte Umweltschutzanforderungen in Form von Leistungsblättern für ressourcenschonendes Bauen verbindlich vorgegeben. Dazu zählen etwa der selektive Rückbau von öffentlichen Gebäuden zur Wiederverwendung und zum Recycling von Baumaterialien sowie der Einsatz von ressourcenschonenden Sekundärbaustoffen beim Neubau von Rad- und Radschnellwegen und im Straßenbau.

Zudem werden die derzeit geltenden Umweltschutzanforderungen für Hochbaumaßnahmen entfristet und das erfolgreich erprobte Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) in Berlin nun dauerhaft eingeführt. Damit ist Berlin nach dem Bund der zahlenmäßig größte Auftraggeber von nachhaltigen Bauvorhaben. Bei öffentlichen Hochbauvorhaben müssen grundsätzlich nachwachsende Baustoffe wie Holz und gütegesicherte Sekundärbaustoffe wie Recyclingbeton eingesetzt werden.

Mit den Vorgaben in der VwVBU nimmt das Land Berlin auch im Bereich der Bauwirtschaft bundesweit eine Vorbildfunktion wahr. Schon heute lassen sich Gebäude ressourcenschonend gestalten und hohe Bauabfallaufkommen verringern. Mit dem Berliner Abfallwirtschaftskonzept 2030 unter dem Leitbild „Zero Waste“ soll mittelfristig der Abbau von rund 1,4 Mio. Tonnen Primärrohstoff pro Jahr vermieden werden.

Die Workshop-Reihe der Architektenkammer Berlin informiert über rechtliche Vorschriften und zeigt Spielräume auf, kreativ am konkreten Projekt mit den Rahmenbedingungen innerhalb des BNB-Systems bei öffentlichen und des DGNB-Systems (oder vglb.) bei privaten Bauherrinnen und Bauherren umzugehen. Ob Brandschutzherausforderung oder spezielle Sonderzulassungen, der Anspruch „Sanieren geht vor Neubau“ soll den Fokus auf die Ertüchtigung von Bestandsbauten im Sinne einer neuen Umbaukultur lenken. Über die gängigen Vorschriften hinaus soll so kreislaufgerechtes Planen und Bauen bei Neubauvorhaben unterstützt werden.

Durch die Ökobilanzierung der Baumaterialien (in Ergänzung zur Betrachtung der Primär-, sowie Nutzungs- und Betriebsenergie) lernen die Teilnehmenden der Workshop-Reihe, „graue Energie“ und „graue Emissionen“ anhand eines konkreten Projekts sichtbar zu machen und dadurch bereits in der Vorentwurfs- und Entwurfsphase zu reduzieren.

Leitung:
Die Referentinnen und Referenten sind ausnahmslos Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Sie verfügen über fundiertes Wissen im Bereich des nachhaltigen Planens und Bauens. Änderungen im Programm sind kurzfristig möglich.

Begleitet wird die Workshop-Reihe von einem Team an Mentorinnen und Mentoren, damit sichergestellt ist, dass sie sich im Sinne eines lernenden Systems immer an den konkreten Anforderungen weiter entwickeln kann.

Die Vermittlung der Lernziele erfolgt durch ein Referentinnen- beziehungsweise Referenten-Tandem mit unterschiedlichen Fachschwerpunkten und am konkreten Praxisbeispiel.

Einige Module der Workshop-Reihe können für Absolventen angerechnet werden. Bei Fragen dazu wenden Sie sich bitte an fortbildung@ak-berlin.de oder telefonisch unter (030) 29 33 07-24.


Termin- und Themenübersicht (Änderungen vorbehalten):

Modul 1: Integrales Planen und Denken als Schlüsselqualifikation des nachhaltigen Planens und Bauens
Donnerstag, 29. September 2022, 16.00 bis 19.30 Uhr
Monique Bührdel, Uwe Seiler, Prof. Eike Roswag-Klinge, alle ZRS Architekten, Berlin, und Stefan Horschler, freischaffender Architekt, Büro für Bauphysik, Hannover

Modul 2: Fossilfreie Wärme-, Kälte- und Stromversorgung im Quartier
Mittwoch, 5. Oktober 2022, 16.00 bis 19.30 Uhr
Stefan Bauer, beratender Ingenieur für regenerative Energietechnik, watt.sustainable, Berlin, und Christoph Deimel, freischaffender Architekt, Deimel Oelschläger Architekten, Berlin

Modul 3: Anforderungen an Lüftungskonzeptionen in Gebäuden
Mittwoch, 19. Oktober 2022, 16.00 bis 19.30 Uhr
Dr. Burkhard Schulze Darup, freischaffender Architekt, Berlin, und Prof. Ingo Lütkemeyer, Architekt BDA, School of Architecture, Hochschule Bremen

Modul 4: Anwendung der Ökobilanzierung in die Klima- und Ressourcenschutzplanung
Mittwoch, 2. November 2022, 16.00 bis 19.30 Uhr
Dipl. Ing. (FH) Dipl. Wirtsch.-Ing. (FH) Stephan Rössig, Schöneiche, und Dipl.-Ing. Phillip Kuebart, Projektleiter, Deimel Oelschläger Architekten, Berlin

Modul 5: Ökologisch-ökonomische Zielbetrachtung: Bestandsertüchtigung versus Abriss/Neubau
Mittwoch, 16. November 2022, 16.00 bis 19.30 Uhr
Eva-Maria Friedel, M.A. Arch., weberbrunner berlin, und Matthias Bauer, Berlin

Modul 6: Abwägen konkurrierender Zielkonflikte bei der Klima- und Ressourcenschutzplanung
Mittwoch, 14. Dezember 2022, 16.00 bis 19.30 Uhr
Dipl.-Ing. Mareike Schönherr, freie Landschaftsarchitektin Berlin, und Dipl.-Ing. Marco Schmidt, Bundesinstitut für Bau-/ Stadt- und Raumforschung (BBSR) sowie Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen der TU-Berlin

Modul 7: Digitale Prozesse bei der Bauwende nutzen
Mittwoch, 18. Januar 2023, 16.00 bis 19.30 Uhr
N.N.

Modul 8: Materialgerechter Umgang mit nachwachsenden bzw. ressourcenschonenden Baustoffen im Entwurf
Mittwoch, 8. Februar 2023, 16.00 bis 19.30 Uhr
N.N.

Modul 9: Ausschreibung und Vergabe mit nachwachsenden bzw. ressourcenschonenden Baustoffen
Mittwoch, 22. Februar 2023, 16.00 bis 19.30 Uhr
N.N.

Modul 10: Nachhaltige Sanierung besonders erhaltenswerter Bausubstanz (BEB)
Mittwoch, 15. März 2023, 16.00 bis 19.30 Uhr
Dipl.-Ing. Diana Hasler, freie Architektin Berlin, Sachverständige für Energieeffizienz von Gebäuden (EIPOS), Energieberaterin für Denkmale und BEB, und Prof. Dipl. Ing. Axel C. Rahn, Beratender Ingenieur mit Schwerpunkt Bauphysik, Berlin

Modul 11: Wenn Neubau, dann höchste Ansprüche
Mittwoch, 29. März 2023, 16.00 bis 19.30 Uhr
Dipl.-Ing. M.Arch. Iris Oelschläger, Geschäftsführerin Deimel Oelschläger Architekten, Berlin, und Dipl.-Ing. Georg Rodriguez, MUTZ Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin

Modul 12: Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien im Kontext von Stadtplanung
Mittwoch, 19. April 2023, 16.00 bis 19.30 Uhr
Dipl.-Ing. Michael Schneidewind, Stadtplanung, Berlin, und Dipl.-Ing. Gero Goldmann, freischaffender Landschaftsarchitekt, Berlin


Gebühr

Mitglieder
810,00 Euro
Absolventinnen und Absolventen
810,00 Euro
Gäste
1.400,00 Euro

Restplätze verfügbar
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