Eintragung - Voraussetzungen

 

Die Architektenkammer Berlin führt gemäß § 3 Berliner Architekten- und Baukammergesetz (ABKG) folgende Listen, Verzeichnisse und Register:

  • Architektenliste und Stadtplanerliste für diejenigen, die die Berufsaufgaben nach § 1 ABKG unter der gesetzlich geschützten Berufsbezeichnung wahrnehmen wollen und einen Wohnsitz, eine Niederlassung oder einen Dienst- oder Beschäftigungsort in Berlin haben. Die Berufsbezeichnung "Architekt", "Innenarchitekt" oder "Landschaftsarchitekt" darf nur führen, wer unter dieser Bezeichnung in die Architektenliste eingetragen ist. Die Berufsbezeichnung "Stadtplaner" darf nur führen, wer unter dieser Bezeichnung in die Stadtplanerliste eingetragen ist.
  • Verzeichnis für auswärtige Architekten und Stadtplaner als Dienstleister, in welches gemäß § 6 ABKG Personen eingetragen werden, die in der Bundesrepublik Deutschland weder ihre Wohnung noch ihre Niederlassung haben und sich zur vorübergehenden und gelegentlichen Ausübung des Berufes (Dienstleistung) in das Land Berlin begeben. Es besteht eine gesetzliche Eintragungspflicht. Eingetragene unterstehen der Berufsordnung der Architektenkammer Berlin.
  • Register der Berufsgesellschaften für Kapitalgesellschaften gemäß § 7 ABKG. Die Eintragung setzt unter anderem voraus, dass die in § 2 ABKG genannten Berufsangehörigen, deren Berufsbezeichnung in der Firma geführt wird, mehr als die Hälfte des Kapitals und der Stimmanteile innehaben und eine der geschäftsführenden Personen in die Liste gemäß § 4 ABKG eingetragen ist. Weitere Voraussetzungen für die Registrierung, die zwingend zu beantragen ist, wenn die geschützte Berufsbezeichnung in der Firma geführt werden soll, sind in § 7 ABKG aufgelistet. Die im Gesellschaftsvertrag notwendigerweise aufzunehmenden Regelungen finden sich in § 7 Abs. 4 ABKG.
  • Register der Berufsgesellschaften für Partnerschaftsgesellschaften gemäß § 7a ABKG. Nachdem das ABKG durch das zweite Gesetz zur Änderung des Berliner Architekten- und Baukammergesetz vom 4. Februar 2016 (GVBl. S. 40) angepasst worden ist, kann nunmehr auch der Antrag auf Eintragung einer Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung gestellt werden.  

 

Eintragung in die Architekten- oder Stadtplanerliste

Voraussetzung ist neben einem Wohnsitz, einer Niederlassung oder einem Dienst- oder Beschäftigungsort in Berlin der Wille, die Berufsaufgaben nach § 1 ABKG wahrnehmen zu wollen. Außerdem ist nachzuweisen, dass nach der Berufsausbildung eine praktische Tätigkeit von mindestens 2 Jahren in den wesentlichen Berufsaufgaben der Fachrichtung geleistet wurde (alternativ: Befähigung zum höheren bau- oder gartenbautechnischen Verwaltungsdienst).

Des Weiteren muss eine entsprechende Berufsausbildung gemäß § 4 Abs. 1 ABKG an einer deutschen Universität, Hochschule oder Fachhochschule oder an einer dieser gleichgestellten Lehranstalt mit Erfolg abgeschlossen worden sein. Eine gleichwertige Berufsausbildung kann auch an einer ausländischen Universität oder Hochschule absolviert und mit Erfolg abgeschlossen worden sein.

Fehlt der entsprechende Nachweis der Berufsausbildung (sonstiger Bewerber gemäß § 4 Abs. 2 ABKG), kann dies ausgeglichen werden durch den Nachweis einer mindestens 7-jährigen, hauptberuflichen, praktischen Tätigkeit unter Aufsicht eines Architekten der beantragten Fachrichtung oder eines Stadtplaners. Die erforderlichen Kenntnisse und die Berufsbefähigung durch eigene Leistungen müssen dann noch durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Prüfung auf Hochschulniveau nachgewiesen werden.

Fehlen die entsprechenden Nachweise der Berufsausbildung und der praktischen Tätigkeit, ist eine Eintragung möglich, wenn der Bewerber sich durch die Qualität der Leistungen in seiner Fachrichtung besonders ausgezeichnet hat und dies dem Eintragungsausschuss durch Vorlage eigener Arbeiten oder als Staatsangehöriger eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union durch ein Prüfungszeugnis seines Heimat- oder Herkunftsmitgliedstaates nachweist.

Ohne erneute Prüfung der Eintragungsvoraussetzungen wird eingetragen, sofern keine Versagensgründe nach § 5 Abs. 1 und 2 ABKG vorliegen, wer in der Architektenliste eines anderen Bundeslandes der Bundesrepublik Deutschland eingetragen war und dessen Eintragung nur gelöscht wurde, weil er den Wohnsitz, die Niederlassung oder den Dienst- oder Beschäftigungsort in diesem Land aufgegeben und im Land Berlin begründet hat.

Eintrag in das Register der Berufsgesellschaften

Der Antrag zur Eintragung im Register der Berufsgesellschaften der Architektenkammer Berlin ist parallel zu dem Antrag auf Eintragung beim Handels- bzw. Partnerschaftsregister zu stellen. Besondere Beachtung bedarf die Ausarbeitung des Gesellschaftsvertrages, der den Vorgaben des § 7 bzw. § 7a ABKG entsprechen muss. Nachdem das ABKG durch das zweite Gesetz zur Änderung des Berliner Architekten- und Baukammergesetz vom 4. Februar 2016 (GVBl. S. 40) angepasst worden ist, kann nunmehr auch der Antrag auf Eintragung einer Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung gestellt werden (vgl. Praxishinweise zur PartG mbB, Antragsformular sowie die vom Abgeordnetenhaus beschlossene Senatsvorlage zur Änderung des ABKG und aktualisierter Gesetzestext).

Praxishinweise
zur PartG mbB Stand 11. März 2016

Zweites Gesetz zur Änderung des ABKG
vom Abgeordnetenhaus beschlossene Senatsvorlage zur Umsetzung der PartG mbB


Informationen zum Eintragungsverfahren / Regelwerke

Berufsordnung der Architektenkammer Berlin 
vom 21. November 2009

Berliner Architekten- und Baukammergesetz (ABKG) vom 6. Juli 2006 
zuletzt geändert durch das zweite Gesetz zur Änderung des Berliner Architekten- und Baukammergesetz vom 4. Februar 2016 (GVBl. S. 40)
– Auszug: §7, §7a, §19 ABKG zur Umsetzung der Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung –

Berliner Architekten- und Baukammergesetz (ABKG) vom 6. Juli 2006 
zuletzt geändert durch Artikel 6 des Gesetzes vom 7. Februar 2014 (GVBl. S. 39)