24. März 2020

Aktualisierte Informationen / Auswirkungen durch das Coronavirus

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach den aktuell gestern bundesweit vereinbarten und in Berlin ratifizierten neuen Bestimmungen möchte ich mich nochmals im Namen der Architektenkammer und des Vorstandes zum Thema Corona / Covid 19 an Sie wenden. Da die von uns allen als notwendig akzeptierten Schutzmaßnahmen sich zunehmend auch auf unseren Beruf und unsere Büros auswirken, möchten wir Sie mit konkreten und spezifischen Informationen und Links unterstützen und auf Maßnahmen und Angebote für Planungsbüros hinweisen.

Was bedeuten die neuen Regelungen für Architektur- und Planungsbüros in Berlin

Der Weg zur Arbeit ist mit der Verordnung des Berliner Senats vom 22. März 2020 ausdrücklich nicht beschränkt. Man darf zur Ausübung beruflicher Tätigkeiten seine Wohnung verlassen. Allerdings sind diese Gründe glaubhaft zu machen, falls Polizei oder Ordnungsbehörden dies nachfragen. Insofern sollte ein Personalausweis und ein weiteres Indiz für den Beruf samt Ort der Ausübung, z. B. eine Visitenkarte, vorgehalten werden. Derzeit nicht zwingend, aber womöglich jetzt bereits verwendbar wäre ein Papier der Arbeitgeberin / des Arbeitgebers, wofür wir ein Muster erstellt haben. In jedem Fall muss bei beruflichen Treffen ein Abstand von 1,5 m gewahrt werden. Soweit möglich sollte von zu Hause gearbeitet werden. Die Geltendmachung von Schadensersatz wegen dieser Restriktionen ist kaum erfolgversprechend, insbesondere weil die Berufstätigkeit nicht gänzlich ausgeschlossen wird.

Die Architektenkammer ist weiterhin für Sie da

Trotz Schließung der Geschäftsstelle für Publikumsverkehr stehen Ihnen, nachdem in den letzten Tagen die technischen Voraussetzungen für einen Weiterbetrieb mit teilweise mobilem Arbeiten geschaffen wurden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Architektenkammer gerne für Ihre rechtlichen und sonstigen Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Krise telefonisch und per Mail zur Verfügung. Wir haben dazu auf unserer Website eine spezielle Seite eingerichtet, wo ständig aktualisierte Infos und FAQs für Sie zusammengestellt sind. Selbstverständlich sind wir auch weiterhin für alle anderen berufsspezifischen Themen da. Hoheitliche Aufgaben, wie Eintragung und Schlichtung werden fortgesetzt, wichtige Sitzungen von Vorstand und anderen Gremien werden teilweise digital abgehalten und über die Möglichkeit online basierter Seminare und Fortbildungen informieren wir ebenfalls aktuell auf unserer Website.

Weitere aktuelle Hinweise der Bundesarchitektenkammer

Bereits seit vorletzter Woche haben wir auf die Website der BAK hingewiesen, die in dieser Lage laufend die für Sie relevanten bundesweit gültigen Informationen zu Themen wie Freistellung und Bezahlung von Angestellten wegen Ansteckungsgefahr, Kurzarbeitsgeld oder Vertragserfüllung bei Arbeitsausfall bereit hält. Diese Informationen finden Sie hier.

Konkrete Hilfen für Mitglieder der Architektenkammer Berlin

Der Vorstand verweist auf die Möglichkeit, bei finanziellen Folgen aufgrund der Corona-Krise in begründeten Fällen Mitgliedsbeiträge für 2020 unbürokratisch zu reduzieren, stunden oder zu erlassen; die Antragsfrist ist dafür bis zum 30. April verlängert worden. Wir suchen überdies das Gespräch mit unserem Versorgungswerk, um auch hier Erleichterungen für in Not geratene Mitglieder anbieten zu können. Auf unserem schwarzen Brett gibt es zudem die Möglichkeit, sich unter den Büros zu vernetzen, beispielsweise bei Mangel von Arbeit durch Unterbrechung von Projekten einerseits oder Mangel an Mitarbeitenden andererseits. Gerne ist die Architektenkammer Berlin bereit, gute Ideen der gegenseitigen Unterstützung aufzugreifen und weiter zu verarbeiten. Kontaktieren Sie uns!

Unterstützungsprogramm des Berliner Senats für Freiberufler und Selbstständige

Besonders hinweisen möchten wir auf das Soforthilfeprogramm des Berliner Senats, das sich an Betriebe und Freiberufler richtet, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind: Inwieweit Planungsbüros und Kolleginnen und Kollegen als Einzelunternehmen diese Mittel in Anspruch nehmen können, ist jedoch sicher einzelfallbedingt. Gerade wenn das Weiterarbeiten theoretisch möglich ist, wird es schwer sein, Beihilfen und Schadensersatz geltend zu machen. Hinweise dazu finden Sie hier.
Wir müssen davon ausgehen, dass viele Büros derzeit noch keine erhebliche Einschränkung ihrer Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten haben bzw. nachweisen können. Das wird sich jedoch vermutlich bei anhaltenden Einschränkungen ändern. Deswegen bereiten wir einen entsprechenden Brief an die zuständigen Senatorinnen zur besonderen Situation der Planungsbüros vor. Das Überleben unserer Bürostrukturen muss auch im Interesse der Berliner Politik sein, damit unsere Arbeit während und nach der Krise kontinuierlich fortgesetzt werden kann.

Verantwortlich und solidarisch Handeln

Auch wenn noch in vielen Büros an bestehenden Planungsaufgaben im Büro oder zuhause weitergearbeitet werden kann, werden uns die Auswirkungen über kurz oder lang alle treffen. Deswegen müssen wir, gerade auch in kleineren Büroeinheiten jederzeit gut informiert sein und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, und mit unseren Planungspartnern und Auftraggebern einen offenen Austausch pflegen, um finanzielle Überforderungen zu vermeiden. Das betrifft letztendlich selbstständige und angestellte Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen, Solidarität sollte hier selbstverständlich sein, um Kündigungen zu vermeiden.

Die Qualität des Privaten und Öffentlichen
    
In jeder Krise liegt eine Chance. In der momentanen Situation erkennen wir alle in drastischer Deutlichkeit, wie wichtig die uns umgebenden Räume für uns sind: Wer zuhause bleiben muss, braucht jetzt eine funktionierende Wohnung, in der man keine Depressionen bekommt. Die schmerzlich vermisste Begegnung mit Anderen aber, sei es in öffentlichen Freiräumen, Parks oder Gebäuden bringt uns ins Bewusstsein, wie wichtig und bereichernd deren Funktion, Gestaltung und Qualität für unsere Gesellschaft ist.

In diesem Sinne versuchen wir über diese Krise hinaus unser Engagement für unsere Gesellschaft und ihre gebaute Umwelt fortzusetzen. Jede und jeder von uns kann in dieser besonderen Zeit daran weiterarbeiten und dafür wünsche ich uns allen Kraft, Umsicht und Optimismus,

mit kollegialen Grüßen, auch im Namen der Geschäftsstelle und des Vorstands der Architektenkammer Berlin

Christine Edmaier
Präsidentin der Architektenkammer Berlin

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