Wirtschaftlichkeit im Architekturbüro
DAS SEMINAR IST AUSGEBUCHT

Termin

Dienstag und Mittwoch, 25./26. September 2018, 9.00 bis 16.30 Uhr (16 UE)

Ort

Architektenkammer Berlin, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

Zielgruppe

Das 2-tägige Seminar richtet sich an freiberuflich tätige Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planer sowie Ingenieurinnen und Ingenieure.

Lernziel

Die Teilnehmenden wissen im Anschluss an das Seminar, wie sie ihre wirtschaftliche Situation darstellen, überwachen und Trends erkennen können. Sie sind in der Lage, die für ihr Büro individuell erforderlichen Kalkulationsdaten zu ermitteln.

Tag 1:
Einnahmen, Kosten, Kennzahlen, Richtwerte (Teil A)

Für Architektinnen und Architekten ist die Wirtschaftlichkeit des eigenen Büros die tragende Säule ihrer freiberuflichen und unternehmerischen Aktivitäten. Mit dem Unternehmen “Architekturbüro“ müssen sie ihr Geld verdienen, Rücklagen bilden – und dort, wo Mitarbeiter eingebunden sind, Arbeitsplätze sichern. Vor dem Hintergrund des Marktes, der wirtschaftlichen Turbulenzen und der aktuellen HOAI ist es wichtiger denn je, sich verstärkt mit den wirtschaftlichen Disziplinen zu beschäftigen.
Im Seminar lernen die Teilnehmenden, wie sie ihre wirtschaftliche Situation darstellen, überwachen und Trends erkennen, um rechtzeitig auf Änderungen reagieren zu können – für sich selbst, das Büro sowie an steuerlichen und bankspezifischen Schnittstellen. Die Teilnehmenden erhalten im Verlauf der Veranstaltung zahlreiche Hinweise zur Datenerhebung und Wirtschaftlichkeitsüberwachung. Sie können darüber hinaus Zusammenhänge erkennen, wie sie auf Basis spezifischer Ausgangsdaten, die im Büro schon vorhanden sind, eine Vielzahl differenzierter Betrachtungen ableiten und interpretieren können.

Inhalte:
Wirtschaftskennzahlen eines Architektur- und Ingenieurbüros
- Expresskalkulation: Daten über Faustformeln und Richtwerte berechnen
- vertiefte Kalkulation:
- Auftragsbestand, Projekt-Budget-Planung
- Honorar-, Leistungs- und Rechnungsabgrenzung per Zeitschnitt
- Kostenarten / Schnittstelle DATEV
- kalkulatorischer Soll-Jahresumsatz, einschließlich Unternehmergehalt, Abschreibungen, kalkulatorische Kosten und Zuschläge
- Tilgung und Eigenkapitalrückführung
- Liquiditätsumsatz zum Auffangen der effektiven Privat- und Bürokosten
- Verhältnis von Honorar zu Kosten
- Kapazitätslinienverlauf, Konformitätsfaktorenverlauf
- Liquiditätsplanung, Hinweise zum Reporting
- Umsatz- und Rentabilitätsvorschau
- Rohgewinn, Cash flow, Reingewinn, steuerliches und wirtschaftliches Ergebnis

Umsatz- und Gewinnanalyse
- aus der Einnahme-Überschussrechnung § 4 Abs. 3 EStG, Bilanz § 5 bzw. § 4 Abs.1 EStG

Vergleich unterschiedlich strukturierter Architekturbüros aus der Praxis
- Umsatzverläufe (Einnahmen, Kosten, Gewinn, …)
- Diagramm- und Trendlinienverläufe
- Umsatz-Gewinn-Verhältnis, Personalkosten
- Geometrische Verschneidungen
- Erkennen von Zusammenhängen und Beurteilung
- Steuerliche Ergebnisse: Glättung / Bereinigung / Abschichtung zur Ableitung der wirtschaftlichen Ergebnisse

Typische Fehler
- Vernachlässigung von kalkulatorischen Kosten, keine Einrechnung von Wagniszuschlägen und Gewinnzuschlägen u.a.
- unzureichend berechneter Soll-Jahresumsatz


Tag 2:
Kalkulation und Controlling im Planungsprozess (Teil B)

Welche Stundensätze sind zu kalkulieren, um die Wirtschaftlichkeit für die Projekte und das Büro zu sichern?
Inhaberinnen und Inhaber eines Architektur- und Ingenieurbüros sind jetzt noch mehr aufgefordert als bisher, ihre eigenen Stundensätze zu ermitteln. Welche Stundensätze müssen sie ansetzen? Wie sind diese zu berechnen, ja nachzuweisen, um sie etwa gegenüber Bauherrinnen und Bauherrn besser belegen zu können? Welche müssen im Rahmen eines Projekt-Controllings im Büro angesetzt werden?
Die Teilnehmenden erfahren, warum sie statt allgemein üblicher Stundensätze, die ohne großes Nachfragen akzeptiert werden, besser ihre eigenen Ansätze überprüfen und hierbei zwischen zugestandenen und für das Büro erforderlichen Stundensätzen unterscheiden.
Bitte beachten: Das Projekt-Controlling baut auf den Daten auf, die die Teilnehmenden vorgeben – unabhängig davon, ob mit oder ohne EDV!

Inhalte:
Stundensatzkalkulation
- Jahresarbeitsstunden
- Stundenerfassung, Wert einer Bürostunde, Einflussparameter
- Vergleichsaufstellung unterschiedlicher Büros (Gründer, etablierte Büros)
- Personalkosten
- honorarfähige Leistungen
- Einfluss der Bürokosten und der nicht honorarfähigen Leistungen auf den Stundensatz
- Mehr- / Minderaufwendungen im HOAI-Vergleich
- erforderliche Honorar- und Umsatzleistung: Büro gesamt, Inhaberin/Inhaber, Mitarbeiterin/Mitarbeiter
- individueller Stundensatz
- mittlerer Bürostundensatz

Controlling, Steuerung der Projektwirtschaftlichkeitsüberwachung
- Honorarauftrag und Leistungsphasen
- Mitarbeitereinsatzplanung
- Projekt- und Bürostunden
- Stundenleistungen, Soll-Ist-Vergleich
- Projektüberwachung

Differenzierung zwischen Leistungserbringen und Erwirtschaften
· Modelle zur Projektsteuerung
· Diagrammdarstellungen
· Überwachung von Umsatz und Kosten

Referenten

Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Hansjörg Selinger, freischaffender Architekt und Wirtschaftsingenieur

Gebühr

Mitglieder
190,00 Euro
Absolventen
190,00 Euro
Gäste
380,00 Euro

DAS SEMINAR IST AUSGEBUCHT