Architektur kompakt, eine Wanderung durch die Berliner Baugeschichte: Charlottenburg, vom Historismus zur Moderne

Termin

Freitag, 23. Juni 2017, 10.00 bis 17.00 Uhr
Treffpunkt
Treffpunkt: An der Gustav-Adolf-Kirche, Ecke Brahe/Herschel Straße (U7 Mierendorfplatz)

Ort

Treffpunkt: An der Gustav-Adolf-Kirche, Ecke Brahe/Herschel Straße (U7 Mierendorfplatz)

Zielgruppe

Die Veranstaltung ist vor allem für Architektinnen und Architekten gedacht, die in Berlin noch nicht heimisch sind und für alle, die ihre Stadt neu kennenlernen wollen.

Lernziel

Die Teilnehmenden lernen die komplexe Entwicklung Berlins und seine Architekturgeschichte kennen. Aus jeder Epoche werden Beispiele gezeigt und bis ins Detail analysiert, dazu in der Diskussion stehende Projekte und „Problemzonen“.

Berlin, die Stadt, die immer „wird“ und niemals “ist“, erfindet sich gerade wieder neu. Sie schwankt zwischen mutigem Zeichensetzen, wie in der City West am Bahnhof Zoo, und umstrittener Rekonstruktion, denn das Stadtschloss ersteht als Humboldtforum neu. Zuzug und Migration lenken den Fokus auf Wohnungsbau, sodass Ex-Bausenator Geisel schon von neuen Gründerjahren sprach. Die Vielzahl punktueller Aktivitäten erschweren den Blick für das Ganze. Da hilft es, sich gelegentlich an Stadtentwicklung, Struktur und Baugeschichte zu erinnern.

Man kann Berlin nicht an einem Tag erwandern. Deshalb wird an geeigneten Orten des Weges die Geschichte der Gesamtstadt erläutert: von der Stadtgründung und den frühen Erweiterungen, vom Klassizismus zum „steinernen“ Berlin, den Mietskasernen, vom Mut der Moderne zum Dritten Reich, von Wiederaufbau, Kahlschlagsanierung und „Internationaler Bauausstellung“.

Die Wanderung selbst beginnt mit der Besichtigung der expressionistischen Gustav-Adolf-Kirche von Otto Bartning und führt vom monumentalen, neoromanischen Landgericht zu Schloss und Schinkelpavillon, die nur gestreift werden sollen. Hinter der postmodernen Bebauung am Luisenplatz geht es am Spreeufer zum Kraftwerk Charlottenburg, mit seinen hundert Jahren Baugeschichte. Der Nukleus des Bezirks, das Dorf Lietzow ist noch zu erahnen, das im Jugendstil dekorierte Rathaus zeigt den Stolz Charlottenburgs, der einst reichsten Stadt Preußens.

Nach einer Mittagspause geht es vom Pop-art-U-Bahnhof mit der Linie 7 zum Rohrdamm, an dem die Siemens-Hauptverwaltung liegt. Die Teilnehmenden besichtigen St. Christopherus, die protestantische Kirche der Siemensstadt von Werksarchitekt Hans Hertlein, und besteigen den Turm. Nach diesem Überblick soll die Ringsiedlung erkundet werden, die nicht ringförmig ist, sondern von Mitgliedern der progressiven Architektenvereinigung „Der Ring“ geplant wurde. Anders als in der Hufeisensiedlung oder der Siedlung Onkel-Toms-Hütte gibt es nur Wohnungen in Geschossbauten. Reizvoll ist der Kontrast von Otto Bartnings „Langen Jammer“ zu Hugo Härings organischen Zeilen, Gropius ist souverän und Scharoun voller Phantasie. Sein „Panzerkreuzer“ bildet den Auftakt, dort hat er auch gewohnt. Am anderen Ende der Siedlung durfte er in den 1950er Jahren weiterbauen, nun in organischer Manier.

Referenten

Prof. em. Dipl. Ing. Cord Machens, Architekt

Gebühr

Mitglieder
20,00 Euro
Absolventen
20,00 Euro
Gäste
25,00 Euro