Modernisieren statt Austauschen: Berliner Kastendoppelfenster

Aktuell — 2017

Berliner Kastendoppelfenster sind prägend für das Berliner Stadtbild. Um sie in öffentlichen Gebäuden zu erhalten, soll die Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) angepasst werden. Auch die kommunale Wohnungswirtschaft in Berlin will Kastendoppelfenster künftig erneuern, statt sie auszutauschen.

Das Berliner Kastendoppelfenster ist prägend für das Berliner Stadtbild. Schätzungen zufolge gibt es noch rund eine Million Stück in der Hauptstadt. Um sie in öffentlichen Gebäuden zu erhalten, soll die Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) angepasst werden. Ein Leistungsblatt mit entsprechenden Umweltschutzanforderungen zur Erneuerung von Kastendoppelfenstern ist derzeit in Erarbeitung und soll noch im laufenden Jahr in Kraft treten. Damit sollen öffentliche Einrichtungen im Land Berlin zukünftig verpflichtet werden, Kastendoppelfenster im Sanierungsfall aufzuarbeiten und weiter zu nutzen.

Auch die kommunale Wohnungswirtschaft in Berlin will Kastendoppelfenster künftig erneuern, statt sie auszutauschen. Dazu bekannte sie sich in der im April 2017 unterzeichneten Kooperationsvereinbarung "Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung", die die sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften mit dem Berliner Senat schlossen. Wesentliche Inhalte sind eine sozial ausdifferenzierte Mietenpolitik im Bestand. Daneben wurden aber auch Festlegungen zum ökologischen Bauen getroffen. So wurde der Erhalt von Kastendoppelfenstern in den Bestandswohnungen der städtischen Wohnungswirtschaft vereinbart. Zudem wurde das Berliner Schallschutzfensterprogramm dahingehend geändert, dass die schalltechnische Aufarbeitung berlintypischer Holzkastendoppelfenster förderfähig ist.
Mehr Infos zum Förderprogramm finden Sie hier.

Arbeitshilfe: Zusammen mit der Architektenkammer Berlin hat die oberste Denkmalschutzbehörde 2016 eine Dokumentation und Arbeitshilfe für die Instandhaltung und Modernisierung von Kastendoppelfenstern erstellt. Die zurzeit in Berlin angewandten Methoden der Instandsetzung werden hier beschrieben und sowohl energetisch als auch wirtschaftlich bewertet. Die Arbeitshilfe steht hier zum Download.