16. Oktober 2023

Interdisziplinärer RPW-Planungswettbewerb für Freiraum, Hochbau und Kunst am Bau entschieden

Der interdisziplinäre, nichtoffene Wettbewerb für das Julius-Kühn-FORUM Berlin-Dahlem ist entschieden: Überzeugen konnte der gemeinschaftliche Entwurf des Teams LA.BAR Landschaftsarchitekten, Berlin mit LANKES KOENGETER Architekten GmbH, Berlin und nachbars garten // Elisabeth Howey, Leipzig.

Der interdisziplinäre nichtoffene Wettbewerb wurde unter 18 eingereichten Arbeiten der Teams Landschaftsarchitektur, hier federführend, mit Architektur und Kunst für das Julius-Kühn-FORUM Berlin-Dahlem am 19. September 23 im Ernst-Reuter-Haus des BBR entschieden.

Die Aufgabe des Wettbewerbs bestand darin, auf die Liegenschaft an der Königin-Luise-Straße in Berlin-Dahlem zukünftig für das Julius-Kühn-Institut (JKI) die Institute für Strategie und Folgenabschätzung (SF), für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz (ÖPV) und das zentrale Versuchsfeld mit Gärtnerei sowie gemeinschaftliche Einrichtungen unterzubringen. Herausforderung war, zwischen den beiden historischen Bestandsgebäuden und dem geplanten Laborneubau einen gemeinschaftlich nutzbaren Mittelpunkt der Liegenschaft, das sogenannte „Forum“, zu entwickeln. Dazu sollte das vorhandene Kantinengebäude (Haus C) saniert und erweitert werden, um zukünftig auch die institutseigene Bibliothek und das Informationszentrum aufzunehmen.

Die Außenanlagen das Forums sollte im Zuge des Wettbewerbs angepasst und neu entwickelt werden, um Mitarbeitenden und Gästen ein attraktives Zentrum als Aufenthaltsort zu bieten sowie gemeinsam mit der zu überarbeitenden Eingangssituation ein angemessen repräsentatives Entree zur Liegenschaft zu bilden. Ein- oder mehrteilige Kunstinterventionen im Außenraum und optional im/am Gebäude sollten in die Gesamtplanung integriert werden.

Das mit dem ersten Preis gekürte, interdisziplinäre Team zeigt im besonderen Maße in seinem eingereichten Vorentwurf auf, wie das Zusammenspiel der drei Disziplinen in einem gemeinschaftlichen Entwurf sehr überzeugend, zukunftsgewandt und wirksam gelingen kann.

Das Preisgericht wurde unter dem Vorsitzenden Franz Reschke, Landschaftsarchitekt aus Berlin, federführend und konsequent in einem Ringen über zwölf Stunden durch den Prozess geführt. Dabei wurden die unterschiedlichen Perspektiven der Jury sowie die Entwurfsansätze der teilnehmenden Teams gleichermaßen immer wieder in den Blick genommen, gegeneinandergestellt und diskutierend abgewogen. Am Schluss konnte sich die Arbeit durchsetzen, in der das sehr gute Zusammenspiel der verschiedenen Disziplinen sichtbar wird und das in allen Bereichen und Disziplinen einen wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe darstellt. Der Sieger-Entwurf des Teams LA.BAR Landschaftsarchitekten, Berlin mit LANKES KOENGETER Architekten GmbH, Berlin und dem Künstlerkollektiv nachbars garten//Elisabeth Howey, Leipzig ordnet den Campus des Julius-Kühn-Instituts durch die vorgeschlagene bauliche Ergänzung und der umfassenden Neustrukturierung der Freiräume wohltuend klar und neu.

Der künstlerische Beitrag des Gewinnerteams lässt spielerisch 10 bis 12 „Fruiting Bodies“ förmlich organisch aus dem Grund wachsen und vervollkommnet mit dem Entwurf die Idee von Landschaftsarchitektur, Architektur und dem Ort. Verteilt über das Gelände verweisen sie thematisch auf Organisch-Geformtes und nehmen so direkten Bezug zum Thema des Julius-Kühn-Instituts auf.

Die interdisziplinäre Wettbewerbsaufgabe ist mit dem Ergebnis sehr gut gelöst worden. Er macht Hoffnung auf mehr verflechtende interdisziplinierende Ansätze und Ergebnisse, auf die Um- und Ausbaumöglichkeiten an sich entwickelten Orten Berlins und kann wachsenden vorhandenen Freiräumen im Zusammenspiel mit Kunst im Außen zukunftsorientiert die Richtung weisen.

Insgesamt wurden drei Preise und drei Auszeichnungen vergeben.


weitere Informationen: www.bbr.bund.de/BBR/DE/Wettbewerbe/Planungswettbewerbe/berlin/julius-kuehn-institut-forum/verfahren.html