Termin
Freitag, 29. Mai 2026, 15.00 bis 18.00 Uhr, vor Ort
Unterrichtseinheiten: 3
Treffpunkt
Ort
Atelier Gardens, Oberlandstr. 26-35, 12099 Berlin
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich vor allem an Fachleute aus Architektur, Stadtplanung und Projektentwicklung sowie der Immobilien- und Bauwirtschaft, die sich mit nachhaltiger Bestandstransformation, zirkulären Bauweisen und innovativen Energiekonzepten beschäftigen.
Darüber hinaus ist die Veranstaltung auch interessant für Mitarbeitende aus Verwaltung und Politik, für Studierende der planenden Disziplinen sowie für alle, die sich professionell mit der Bauwende, ESG-Kriterien oder regenerativen Quartiersentwicklungen auseinandersetzen möchten.
Lernziel
Am Ende des Seminars verstehen die Teilnehmenden die zentralen Strategien der nachhaltigen Gebäudetransformation am Beispiel von Atelier Gardens und Haus 1.
Sie kennen die Unterschiede zwischen linearem Bauen und zirkulären Materialprozessen, verstehen die Prinzipien suffizienter Planung und erhalten konkrete Einblicke in reversible Konstruktionen, Re-Use-Strategien und Low-Tech-/No-Tech-Lösungen.
Im Anschluss können die Teilnehmenden bewerten, wie sich diese Ansätze auf eigene Projekte übertragen lassen – von der Entwurfsphase über die Genehmigung bis zur Ausführung und ESG-Bewertung.
Inhalt
In der Reihe „Nachhaltigkeit am Freitag“ werden Bauten aus Berlin seminaristisch und anschaulich vor Ort vorgestellt. Der aktuelle Fokus gilt Planungsansätzen aus dem Lowtech-Bereich. Anders als in Werkvorträgen üblich vermitteln die Nachmittage vorrangig Einblick in konstruktive und technische Detaillösungen zum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen sowie Erfahrungen mit Prozessgestaltung in Beteiligung. Die Reihe wird seit 2021 von Prof. Dr. Dagmar Jäger begleitet und im Dialog mit dem Ausschuss Fort- und Weiterbildung der AKB kuratiert.
Zirkuläres Bauen – Praktische Erfahrungen
Das Gelände der heutigen Atelier Gardens am Tempelhofer Feld blickt auf eine außergewöhnliche Geschichte zurück: Ursprünglich in den 1910er- und 1920er-Jahren als Film- und Produktionsstandort der BUFA genutzt, entwickelte sich das Areal über Jahrzehnte zu einem vielschichtigen Ensemble aus Studiohallen, Werkstätten und Verwaltungsbauten. Mit der Übernahme durch die neuen Eigentümer begann 2019 ein tiefgreifender Transformationsprozess, der den Charakter des ehemaligen Industrie- und Medienstandorts radikal neu interpretiert – als klimaresilientes, zirkuläres und sozial wirksames Quartier für Kultur, Medien und Zukunftsökonomie.
Vor Ort geben die Projektverantwortlichen in einem Werkbericht und einer umfassenden Führung über das Gelände und durch Haus 1 einen detaillierten Einblick in die planerischen Strategien, Entscheidungsprozesse und Detaillösungen. Thematisiert werden unter anderem der Umgang mit der vorhandenen Tragstruktur, innovative Material- und Re-Use-Konzepte, Energie- und Klimastrategien sowie reversible Elemente der Innen- und Fassadengestaltung.
Der Umbau von Haus 1 wurde im Zeitraum 2020 bis 2022 von HS Architekten gemeinsam mit MVRDV geplant und in der Zeit von 2022 bis 2023 gebaut.
Fragen und Diskussionen – etwa zum Zusammenspiel von Bauwende, Bestandserhalt, Genehmigungspraxis oder ESG-Logiken – sind ausdrücklich erwünscht.
Referentinnen und Referenten
Dipl.-Ing. Markus Hirschmüller, freischaffender Architekt, HS-Architekten BDA, Berlin