Termin
Freitag, 13. Februar 2026, 14.00 bis 17.00 Uhr
Unterrichtseinheiten: 3
Treffpunkt
Ort
Ehemalige JVA, Lehrter Straße 61, 10557 Berlin (Treffpunkt: Platz der Nachbarschaft, Lehrter Straße 24E, 10557 Berlin)
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich vor allem an Architektinnen und Architekten mit dem Schwerpunkt Bauen im Bestand. Es ist aber auch interessant für den Umgang mit Denkmalschutz bei Nutzungsänderungen.
Lernziel
Die Teilnehmenden erhalten einen Einblick in die Komplexität bei der Umnutzung und Transformation einer ehemaligen JVA für die Kulturnutzung unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer, bauphysikalischer und nutzungsspezifischer Belange.
Inhalt
In der Reihe „Nachhaltigkeit am Freitag“ werden Bauten aus Berlin seminaristisch und anschaulich vor Ort vorgestellt. Der aktuelle Fokus gilt Planungsansätzen aus dem Lowtech-Bereich. Anders als in Werkvorträgen üblich vermitteln die Nachmittage vorrangig Einblick in konstruktive und technische Detaillösungen zum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen sowie Erfahrungen mit Prozessgestaltung in Beteiligung.
In den Jahren 1898-1900 entstand auf dem Grundstück Lehrter Straße 61 eine Militärarrestanstalt mit Verwaltungstrakt und Zellengebäude. 1901-1902 wurde ein Gerichtsgebäude auf dem Grundstück Lehrter Straße 60 ergänzt. Der im II. Weltkrieg nur wenig zerstörte Gebäudekomplex wurde von 1949 bis 1985 als Justizvollzugsanstalt für Frauen genutzt.
Im Jahr 2013 wurde es außer Betrieb genommen und in die in die Landesdenkmalliste eingetragen. Die Gebäude sowie das Grundstück weisen seitdem keine Nutzung, sondern Leerstand auf. Sowohl das Verwaltungs- als auch das Zellengebäude wurden temporär für Filmdreharbeiten genutzt.
Im Jahr 2019 wurde unser Architekturbüro Renner Architekten GmbH vom Land Berlin mit der Planung einer Umnutzung des Bestandes für eine kulturelle Nutzung beauftragt. Ziel der Maßnahme ist eine Transformation der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in einen Ort für die freie Kunstszene Berlins. Dies bedeutet:
- Das ehemalige Verwaltungsgebäude wird zu Künstlerateliers.
- Das ehemalige Zellengebäude wird zu Musikproberäumen.
- Das ehemalige Gerichtsgebäude wird zu einer Produktionsstätte Musik.
Im Rahmen der Veranstaltung stellen wir die Planung vor und begehen die sich im Umbau befindlichen Gebäude der zukünftigen Atelier- und Musikproberäume.
Wir freuen uns auf einen Baustellenbesuch im Spannungsfeld von Denkmalschutz, Altlasten, bauphysikalischen Besonderheiten und einem besonderen kulturellen Erbe der Stadt, das in eine neue und zukunftsweisende Nutzung überführt wird.
Referentinnen und Referenten
Dipl.-Ing. Detert Renner, freischaffender Architekt, Renner Architekten GmbH, Berlin