Termin
Montag, 16. März 2026, 9.00 bis 16.30 Uhr
Unterrichtseinheiten: 8
Ort
Online-Veranstaltung
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Architektinnen und Architekten sowie Investorinnen und Investoren. Es ist zudem Interessant für Fachleute aus Wohnungsbauunternehmen, Energieberatung und Projektentwicklung.
Lernziel
Das Seminar hilft, wesentliche und unwesentliche Einflussgrößen bei Energiekonzepten zu erkennen und mit Augenmaß abzuwägen, was aus technischer Sicht wirklich benötigt wird und was dem Komfort zuträglich ist. Es soll die Beratungskompetenz im architektonischen Entwurf stärken und deutlich machen, dass es beim Thema Energie neben ökologischen Aspekten auch um Folgekosten und nicht nur um Investitionskosten geht.
Inhalt
Seit einiger Zeit steht insbesondere der Wohnungsbau unter einem starken Kostendruck. Investorinnen und Investoren beklagen hohe Zinsen, zu geringe staatliche Fördermittel und die allgemeine Kostensteigerung, vor allem im Bereich der Kostengruppe 400. Ferner wird auch die „Regelungswut“ beklagt und hierbei das energetische Anforderungsprofil als Kostentreiber beanstandet. In der Tat sind es komplexe Zusammenhänge und Wechselwirkungen, die sich nicht immer durch einfache Rezepte lösen lassen.
Energetische Anforderungen können sehr wohl erhebliche Konsequenzen auf die Investitionskosten haben – aber auch und vor allem auf die Folgekosten aus Betrieb, Wartung und Instandhaltung. Seit dem 1.1.2023 werden die energiesparrechtlichen Anforderungen bezogen auf den Jahres-Primärenergiebedarf im Gebäudeenergiegesetz von 2020 um rund 25 % verschärft. Im Lichte reduzierter Fördergelder, gestiegener Zinsen und gestiegener Materialkosten suchen die beteiligten Personen händeringend nach Möglichkeiten zur kostengünstigen Umsetzung der Anforderungen.
Sollen frühzeitig Kosten für die spätere Umsetzung minimiert werden, müssen die verschiedenen Stellschrauben für die kostengünstige Umsetzung im energetischen Nachweis bekannt sein. So ist es schon bei Wettbewerbsverfahren hilfreich, Grundlagen der energetischen Bewertung aus dem jeweiligen Nachweiskontext zu kennen: Versäumnisse sind später oftmals nur kostenintensiv zu kompensieren.
Welche Rolle spielen solare Wärmegewinne?
Welche Bedeutung haben der Dämmstandard und Wärmebrücken?
Inwieweit ist der Dämmstandard auch relevant für das Lüftungskonzept?
Kann auf apparative Lüftung verzichtet werden?
Welche Wärmeversorgungssysteme wirken sich auf die Energiebilanz einerseits und die Folgekosten andererseits aus?
Aus den nachweistechnischen Zusammenhängen werden im Seminar die verschiedenen Wechselwirkungen zwischen Gebäudeplanung und dem energetischen Nachweis aufgezeigt.
Folgende Schwerpunkte werden behandelt:
- Übersicht von Fördermöglichkeiten im Neubau
- städtebauliche Rahmenbedingungen, Kompaktheitsgrad und Orientierung des Gebäudes, und klimagerechter Fassadenentwurf
- Wärmedämmung, materialgerechter Fassadenentwurf und Wärmebrückenminimierung
- Lüftung und Wärmeversorgung – Auswirkungen auf Kosten und Nutzen
Referentinnen und Referenten
Dipl.-Ing. Stefan Horschler, freischaffender Architekt, Büro für Bauphysik, Hannover