Denkmalpflege vor Ort: Lietzenseepark - Diese Veranstaltung findet nicht statt.

Termin

Dienstag, 20. April 2020, 16.00 bis 18.00 Uhr (abgesagt)

Unterrichtseinheiten: 2

Ort

Treffpunkt: wird noch bekannt gegeben

Zielgruppe

Die Veranstaltung wendet sich vor allem an Landschftsarchitektinnen und -architekten, die in der Denkmalpflege tätig sind, aber auch an alle anderen interessierten Kolleginnen und Kollegen.



Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Denkmalpflege vor Ort“, in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin, der Architektenkammer Berlin und der Baukammer Berlin.

Im Sommer 2020 mussten die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums zur 100-jährigen Eröffnung des Lietzenseeparks aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Rund ein Jahr später soll nun eine Veranstaltung der Architektenkammer Berlin „vor Ort und draußen“ die in Berlin-Charlottenburg gelegene und als Gartendenkmal unter besonderem Schutz stehende Grünanlage einem interessierten Publikum nähergebracht werden.

Nachdem einzelne Bereiche am Lietzensee schon zur Zeit der ersten Bauerschließung als schmückende Grünanlagen angelegt worden waren, erfolgte der Bau des eigentlichen Parks kurz nach dem 1. Weltkrieg nach dem Entwurf des Charlottenburger Gartendirektors Erwin Barth. Ausdrücklich sollte er für die Bevölkerung als vielfältig nutzbare Erholungs-, Freizeit- und Spielstätte dienen, zugleich als Beispiel einer vom Jugendstil geprägten Gartenkunst.

Im Laufe der Jahrzehnte gingen manche Detaillierungen verloren, an einigen Stellen führten fehlende Instandsetzungen oder auch falsch verstandene Modernisierungen zu Vereinfachungen und Überformungen. Die Ausweisung als Gartendenkmal in den 1980er Jahren schließlich führte zu verschiedenen denkmalpflegerisch motivierten Wiederherstellungsmaßnahmen, wie beispielsweise die Rekonstruktionen im Bereich der Kleinen Kaskade.

In den Jahren 2014 bis 2016 wurde ein umfangreiches Parkpflegewerk für den Lietzenseepark mitsamt Dernburgplatz und Kuno-Fischer-Platz erarbeitet, um für künftige Instandhaltungen und Weiterentwicklungen eine klare Zielrichtung vorgeben zu können. Die historische Mehrschichtigkeit mit ihrer historischen Materialität soll erhalten werden. Es gilt, die grundlegende Parkstruktur wieder zu verdeutlichen, gartenräumliche Besonderheiten sollen wieder herausgearbeitet werden, architektonische und gartenarchitektonische Einzelelemente sollen gesichert und instandgesetzt werden. Ziel ist es zugleich, die denkmalpflegerischen Belange mit den Erfordernissen als nutzbare Naherholungsstätte und als ökologisch bedeutsamer Grünraum in Einklang zu bringen. Ebenso muss den Anforderungen der heutigen Parkpflege entsprochen werden.

Schon parallel zur Ausarbeitung des Parkpflegewerks erfolgten erste bauliche und gartenbauliche Maßnahmen: Der Eingangsbereich am Kaiserdamm wurde in seinen ursprünglichen Grundriss zurückversetzt, die Pergolen am Dernburgplatz sind rekonstruiert worden, zahlreiche Bäume wurden gepflanzt. Nicht in jedem Detail konnte der historische Zustand wiederhergestellt werden: Teilweise erfolgte ein Wechsel im Material, um nachhaltiger und langlebiger bauen zu können, woanders verlangen die sich ändernden Bedingungen eine Anpassung bei der Pflanzenwahl. – Bei den Maßnahmen engagieren sich sowohl der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mit seinem Grünflächenamt und dem Umweltamt wie auch das Landesdenkmalamt Berlin.

Vor Kurzem ist zur Verbesserung der Wasserqualität die Sanierung des Lietzensees mit einem Bündel verschiedener Maßnahmen begonnen worden. Der Ausbau und Umbau des ehemaligen Parkwächterhauses zu einem Ort für Restauration und Kultur findet ab dem Frühjahr statt, die geplante Sanierung der Kleinen Kaskade dagegen verschiebt sich aufgrund von Personalmangel im Amt.

Eine Besonderheit stellt das bemerkenswert ausgeprägte bürgerschaftliche Engagement vor Ort dar: Die Sanierung und der Betrieb des Parkwächterhauses liegt in den Händen des eigens dafür gegründeten ParkHaus Lietzensee Vereins, regelmäßige aktive Mithilfe bei der Parkpflege und bei kleineren Wiederherstellungsmaßnahmen bietet seit über 16 Jahren der Verein Bürger für den Lietzensee. – Seit dem Abschluss des Parkpflegewerks besteht ein Monitoringverfahren, durch welches die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Lietzenseepark auch zukünftig erleichtert werden soll.

Referenten

Dr. Dietmar Land, Büro für Gartenkunst _ Gartengeschichte _ Landschaftsarchitektur; Klaus Lingenauber, Stellv. Leiter Abteilung Gartendenkmalpflege und Archäologie, Landesdenkmalamt Berlin sowie weitere

Gebühr

Mitglieder
15,00 Euro
Absolventen
15,00 Euro
Gäste
15,00 Euro