Termin
Mittwoch, 11. November 2026, 9.30 bis 13.00 Uhr
Unterrichtseinheiten: 4
Ort
Kino International, Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin
Zielgruppe
Die Veranstaltung wendet sich vor allem an Architektinnen und Architekten, die in der Denkmalpflege tätig sind. Sie ist aber auch offen für alle anderen Interessierten.
Inhalt
Die Reihe „Denkmalpflege vor Ort“ wird als Kooperation der Architektenkammer Berlin, der Baukammer Berlin und des Landesdenkmalamtes Berlin durchgeführt.
In der Reihe „Denkmalpflege vor Ort“ werden interessante Sanierungen von Bau- und Gartendenkmalen, aber auch zeitgenössische Ergänzungen vorgestellt und diskutiert. Im Mittelpunkt stehen ganzheitliche Sanierungskonzepte an der Schnittstelle zwischen Architektur, Denkmalpflege, Ingenieurbaukunst und Restaurierung. Ob behutsame Instandsetzung, der Einsatz innovativer Technologie, traditionelle Handwerkstechnik oder zeitgenössisches Weiterbauen: Neben einer Reihe kurzer Einführungsvorträge aus den unterschiedlichen fachlichen Perspektiven der Mitwirkenden steht eine ausführliche Besichtigung vor Ort im Mittelpunkt der Veranstaltung. Fragen an die Projektbeteiligten sowie an die Nutzenden sind dabei ebenso erwünscht wie eine intensive Diskussion der gebauten Ergebnisse.
Kino International
Das Kino International zählt zu den bedeutendsten Filmtheatern Deutschlands und ist zugleich ein herausragendes Zeugnis der Ost-Berliner Nachkriegsmoderne. Mit seiner offenen, transparenten Architektur verkörpert es den kulturpolitischen Aufbruch der frühen 1960er-Jahre. Das 1963 nach Entwürfen von Josef Kaiser und Heinz Aust errichtete Gebäude gilt als einer der gelungensten Kinobauten der Nachkriegszeit.
Der Innenraum wurde konsequent auf das Filmerlebnis hin gestaltet. Der Saal mit heute 506 Sitzplätzen überzeugt durch ideale Sichtachsen, ein sanft geneigtes Parkett, eine akustisch wirksame Deckengestaltung und eine großzügige Raumwirkung. Das Foyer mit Panoramafenstern, getäfelten Wänden und eleganten Sitzelementen unterstreicht die hohe gestalterische Qualität des Hauses.
Ziel der Sanierung unter der Leitung von Dickmann Richter Architekten war die nachhaltige Sicherung und behutsame Weiterentwicklung des denkmalgeschützten Gebäudes bei gleichzeitiger umfassender technischer Modernisierung. Ergänzend erfolgten architektonische Anpassungen, Oberflächenwiederherstellungen und Schadstoffsanierungen. Sanitärräume wurden erneuert, Nebenräume neu organisiert und im Erdgeschoss ein barrierefreies WC geschaffen. In enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden konnten prägende Bauteile und Oberflächen erhalten und restauriert werden. So verbindet die Maßnahme den respektvollen Umgang mit einem bedeutenden Baudenkmal mit einer nachhaltigen technischen und funktionalen Erneuerung für seine langfristige Nutzung.
Referentinnen und Referenten
verschiedene Dozentinnen und Dozenten