Integrales Denken und Planen als Schlüsselqualifikation für das ressourcenschonende Bauen (Auftaktveranstaltung)

Termin

Mittwoch, 8. Dezember 2021, 16.00 bis 19.30 Uhr

Unterrichtseinheiten: 4

Ort

Online-Seminar

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Fachleute, Absolventen und Studierende aller Fachrichtungen Architektur und des Bauingenieurwesens. Eine Interaktion aller Fachdisziplinen im Seminar ist erwünscht.

Lernziel

In der Auftaktveranstaltung soll es um die Grundgedanken des integralen Planens gehen und um einen Überblick über die verschiedenen Themenblöcke, die im Laufe des Jahres 2022 in einer Seminarreihe vertieft werden sollen.

Inhalt

Es gibt nicht nur einen Weg zum nachhaltigen Gebäude, es sei denn man verzichtet gänzlich auf jedwede Bautätigkeit. Nicht wenige fordern genau das: Das Baumoratorium. Aber es hilft nun mal nichts: Natürlich brauchen Menschen – will man ihnen nicht jegliches Lebensrecht absprechen – eine gebaute Umwelt zum Leben. Deshalb steht über allem die Frage nach dem richtigen Maß. Wieviel ist notwendig und wieviel Lebensqualität steckt im Verzicht auf unnötigen Ballast.
Es schließen sich richtige Fragen an, wie die Frage, ob es das Bestandsgebäuden nicht auch noch tut und man es lieber umbaut, anstatt es abzureißen. Keine Frage lässt sich aber absolut beantworten, sondern hängt vom Einzelfall ab und genau deshalb braucht es verantwortungsbewusste Architektinnen und Architekten, die für jeden Einzelfall Antworten finden.
Wenn gebaut werden muss, muss deshalb ein Umgang mit Zielkonflikten gefunden werden. Dabei ist es nicht notwendig wirtschaftliche Erwägungen über Bord zu werfen, denn sobald langfristig wirtschaftlich gedacht wird, sind Ökologie und Ökonomie kein Gegensatz, sondern ein Zielkonflikt unter vielen, der sich aber lösen lässt.

Ihre Mitwirkung ist erwünscht, um das Profil der geplanten Seminarreihe an die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer anzupassen.

Folgende Themenfelder mit Bezug zum ressourcenschonenden Bauen sollen im kommenden Jahr vertieft werden und die jeweiligen Zielkonflikte verdeutlicht werden, denn nur, wenn Planerinnen und Planer die Zielkonflikte kennen und verstehen, lassen sich für den Einzelfall adäquate Lösungen entwickeln:

Stadt- und Freiraumplanung, z.B.
- Nachverdichtung versus grüne Infrastruktur
- Brownfieldrecycling versus schadstofffreies Wohnumfeld
- Bauen im Grünen versus Zersiedlung
- Pflanzenvielfalt versus pflegeleichte Grünanlagen

Gebäude/Gebäudetechnik , z.B.
- Gebäudetechnik zur Energieeinsparung versus Wartungsaufwand und Materialeinsatz am Beispiel der Heizung und Lüftung
- Tageslichtnutzung versus sommerlichen Wärmeschutz
- RLT- oder Fensterlüftung – Aufklärung und Information statt Energiebilanzierung
- Nachhaltig energetisch Sanieren: erst analysieren, dann bewerten und dann erst handeln
- Langlebigkeit versus Rückbaubarkeit und Recyclingfähigkeit
- Sanierung versus „perfekt nachhaltigem, barrierefreiem“ Neubau

Materialien z.B.
- Materialgerechter Entwurf als Grundlage energieeffizienter Gebäude
- Holzbau versus Schall- und Brandschutz und thermische Gebäudeeigenschaften
- Kreislaufgerechte Materialverwendung

Gebäudebegrünung versus Feuchteschutz
- Nachwachsende Dämmstoffe versus Brandschutz

Diese Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur Anregung geben für weitere mögliche Themen.
Die oben genannten Module der Seminarreihe werden von Januar bis März durchgeführt, die genauen Termine werden nach Vereinbarung mit den Dozentinnen und Dozenten bekannt gegeben.


Referentinnen und Referenten

Stefan Horschler, Büro für Bauphysik, Hannover; Eike Roswag-Klinge, TU Berlin; Elisabeth Endres, TU Braunschweig, Mareike Schönherr, SCHÖNHERR Landschaftsarchitekten, Berlin und weitere, Moderation Sebastian von Oppen, Architektenkammer Berlin

Gebühr

Der Besuch des Seminars ist kostenfrei.

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