Kreislaufgerechtes Bauen – Einführung in eine neue Planungsmethode

Termin

Dienstag, 31. Januar 2023, 16.00 bis 19.30 Uhr

Unterrichtseinheiten: 4

Ort

Architektenkammer Berlin, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Fachleute, Studierende und Interessierte der Bereiche Architektur, ist aber auch interessant für die Bereiche Innenarchitektur, Städtebau und Städteplanung.

Lernziel

Das Seminar befähigt die Teilnehmenden kreislaufgerechte Gebäude in der Gebäudekonzeption zu entwerfen und geeignete Materialien zur Umsetzung auszuwählen. Sie erhalten einen ersten Einblick in die Methodik und Kriterien der Bewertungsmethoden Lebenszyklusanalyse und Lebenszykluskostenanalyse.

Inhalt

Kreislaufgerechtes Bauen braucht neue Formen des Wirtschaftens, neue Gebäudemodelle sowie Planungsmethodiken und angepasste Baukonstruktionen und Materialien. Das Seminar basiert auf den Ergebnissen des EU-Forschungsvorhabens RE4.

Der Bausektor produziert weiterhin circa 60 Prozent des Müllaufkommens in Deutschland und konsumiert entsprechende, meist nicht erneuerbare Ressourcen. So werden global zum Beispiel Sande, die zur Herstellung von Beton notwendig sind, zu einer knappen Ressource, ähnlich wie seltene Erden oder Produkte, die auf Erdöl als Ressource basieren. Zudem konsumieren Gebäude in der Errichtung, etwa über die Herstellung von Stahl, Zement, Glas, Aluminium etc., jenseits des Verlustes nicht erneuerbarer Ressourcen immense Mengen an Energie. Das globale Bevölkerungswachstum und der weiterhin steigende Prozess der Verstädterung erzeugen zudem einen aus fossilen Ressourcen nicht zu deckenden Bedarf an Behausungen.

Zukünftige Gebäude müssen weitestgehend aus erneuerbaren, nachwachsenden beziehungsweise energiearmen und wiederverwendeten Ressourcen errichtet werden. Im Entwurf des Gebäudekonzeptes sind die Anpassungs- oder Umnutzungsfähigkeit zu berücksichtigen, also Lebenszyklen für alle Bauelemente zu planen. Alle Teile eines Gebäudes sind reversibel zu fügen, um die verwendeten Ressourcen mindestens in gleicher Qualität beziehungsweise auf gleicher Ebene wiederverwenden zu können. Auf das Mischen und Verkleben unterschiedlichster Stoffe ist möglichst zu verzichten. Gebäude sind zukünftig als Materialspeicher oder Materialbanken zu konzipieren, um Ressourcen nicht zu verlieren, sondern den natürlichen Kreisläufen nur zu entleihen.

Über die Lebenszyklusanalyse (LCA) und Lebenszykluskostenanalyse (LCC) sind auch für den Bausektor Bewertungsmethoden entstanden, die Gebäude und ihre ökologischen sowie ökonomischen Wirklinien über den gesamten Lebenszyklus transparent machen.

Das Seminar basiert auf den Ergebnissen des EU-Forschungsvorhaben RE4 „REuse and REcycling of CDW materials ad structures in energy efficient pREfabricated elements for building REfurbishment and construction“ und ermöglicht den Teilnehmenden einen Einstieg in das komplexe Zukunftsthema.

Referentinnen und Referenten

Prof. Eike Roswag-Klinge, freischaffender Architekt BDA, Natural Building Lab TU Berlin, sowie Prof. Andrea Klinge, M.Sc. Energy, Architecture and Sustainability, FHNW Basel, beide ZRS Architekten Ingenieure, Berlin

Gebühr

Mitglieder
75,00 Euro
Absolventinnen und Absolventen
75,00 Euro
Gäste
150,00 Euro

WARTELISTE
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