01. Juli 2026

Zweiter Workshop zum KI-Kodex: Prinzipien konkretisieren und Verantwortung gestalten

Im zweiten Workshop zum KI-Kodex für die Planungsbranche konkretisierten Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland gemeinsame Regelvorschläge. Ziel ist ein praxisnaher, breit getragener Orientierungsrahmen für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Am 26. Juni fand in der Architektenkammer Berlin der zweite Workshop für den „KI-Kodex für die Planungsbranche – Prinzipien konkretisieren, Verantwortung gestalten" statt. Wir danken allen Teilnehmenden, Vortragenden und Mitwirkenden herzlich für den engagierten und wegweisenden Austausch!

Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie konkretisieren und priorisieren wir die bisher formulierten Regelvorschläge und welche davon sollen empfehlenden Charakter haben, welche berufsrechtlich verankert werden?

Die im ersten Workshop am 8. Mai erarbeiteten Regelvorschläge durchliefen eine Kommentierungsphase, in der alle 16 Länderarchitektenkammern, die Bundesarchitektenkammer, die BAK-Steuerungsgruppe Digitalisierung sowie die Ad-hoc-Gruppe KI Stellung nehmen konnten. Diese Rückmeldungen bildeten die Grundlage für den Ganztagesworkshop – mit dem gemeinsamen Ziel, den KI-Kodex zu einem tragfähigen berufsständischen Instrument weiterzuentwickeln.

Am Vormittag eröffnete eine Paneldiskussion den Tag: Marc Hodapp (Urbanistic GmbH), Prof. Jan R. Krause (Hochschule Bochum), Dr. Lisa Käde (Rechtsanwältin bei JBVINIOL), Martin Schulte (Herzog & de Meuron Gmbh) und Eric Sturm, (Berater für Digitale Kommunikation) reflektierten ihre Erfahrungen aus Workshop I – über aufgetauchte Spannungen und Widersprüche, über Themen, bei denen der Kodex besonders klar und verbindlich sein sollte, und über die Frage, welche Perspektiven auf keinen Fall fehlen dürfen, damit der KI-Kodex in der Praxis wirklich mitgetragen wird. Emiliano Lupo (Associate | Lead Emerging Technologies, HENN) lieferte anschließend spannende Impulse zu Emerging Technologies bei HENN. Dr. Prof. Markus Oermann begleitete durch den gesamten Tag und moderierte.

Im interaktiven Workshopteil arbeiteten interdisziplinäre Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bundesländern erneut an thematischen Tischen – diesmal mit dem Fokus auf Konkretisierung und Priorisierung der Regelvorschläge sowie auf die Frage der Rechtsverbindlichkeit. Die Stellungnahmen der Länderkammern, der BAK-Steuerungsgruppe Digitalisierung und der Ad-hoc-Gruppe KI flossen dabei direkt in die Arbeit ein: Regelvorschläge wurden im Sinne einer demokratischen Konsensfindung priorisiert und geschärft. Im moderierten Plenum wurden die Gruppenergebnisse anschließend präsentiert und nach dem Prinzip des Rough Consensus zu finalen Regelvorschlägen abgestimmt. 

Im nächsten Schritt folgt die weitere Verdichtung der Ergebnisse und die Fertigstellung des gemeinsamen KI-Kodex, der der Planungsbranche als klarer, praxisnaher Kompass dienen wird.