Aktuell läuft die Verbändebeteiligung zur Initiative „EinfachBauenBerlin“, einem zentralen Vorhaben der Landesregierung mit dem Ziel der Umsetzung noch vor den anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus Berlin. Die Initiative soll eine Antwort auf die anhaltend hohen Baukosten geben, die den Wohnungsbau zunehmend belasten. Im Fokus stehen Maßnahmen, die das Bauen durch Absenkung rechtlicher Standards und die Beschleunigung von Verfahren einfacher und kostengünstiger machen – insbesondere, um den Bau bezahlbarer Wohnungen zu erleichtern.
Die Architektenkammer Berlin erarbeitet eine fachliche Stellungnahme und entwickelt gleichzeitig mittel- und langfristig erforderlichen Handlungsempfehlungen für die Politik, die bereits die nächste Legislaturperiode – also die Zeit nach Wahl, der Koalitionsbildung und dem Start einer neuen Landesregierung– mit einbeziehen. Im Fokus stehen dabei Themen, die im Berufsstand selbst inzwischen großen Konsens erreicht haben, jedoch nicht zwangsläufig die politische Agenda bestimmen. Es geht um die konsequente Förderung von Innovation, Ressourcenschonung, Nachverdichtung, Qualität und Kreislauffähigkeit, auch bei seriellem und standardisiertem Bauen, sowie um Pilotprojekte zum Gebäudetyp E, um verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Dabei müssen die Auswirkungen des Bauens auf die Umwelt umfassend berücksichtigt werden.
Die Architektenkammer Berlin engagiert sich im Rahmen einer neuen (Um)Baukultur aktiv für tiefgreifende Reformen des Bau- und Baunebenrechts - Dieser Prozess wird mit dem aktuellen Gesetzesvorhaben der Landesregierung nicht zu Ende sein, dafür sind die Herausforderungen zu groß und in der Praxis ungelöst. Auf Beschluss der Vertreterversammlung vom November 2025 erarbeitet der Ausschuss Gesetze, Normen und Verordnungen derzeit ein Grundsatzpapier mit klaren Forderungen an die Landespolitik. Der Blick richtet sich damit bereits auf zukünftige Legislaturperioden. Ziel ist es, kreislauffähiges und nachhaltiges Bauen als Standard zu verankern – und nicht länger als Ausnahme. Das Grundsatzpapier soll mittel- und langfristige berufspolitische Positionen formulieren und der Kammer als Basis für die Interessensvertretung dienen. Die berufspolitische Debatte mit abschließendem Beschluss ist für das 4. Quartal 2026 in der 7. Sitzung der Vertreterversammlung geplant. Ergänzend dazu entwickelt die Architektenkammer Berlin mit der Berliner Umbau-Agenda einen konkreten Aktionsplan. Dieser fördert den Erhalt und die Transformation des Gebäudebestands, reduziert Abrisse, schont Ressourcen, bewahrt soziale Strukturen und sichert das baukulturelle Erbe. Gleichzeitig treibt die Kammer damit klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen im Bestand konsequent voran – für eine nachhaltige und zukunftsfähige Baukultur in Berlin.
Gemeinsam mit den Ausschüssen Fort- und Weiterbildung, Wettbewerbe und Vergabe sowie Haushalts- und Rechnungsprüfung hat der Ausschuss Gesetze, Normen und Verordnung nach der Neuwahl Ende November 2025 am 22. Januar 2026 mit einer konstituierenden Sitzung seine Arbeit aufgenommen.
Informationen zu den Gremien der Architektenkammer Berlin finden Sie hier.