03. Juli 2026

Klausurtagung des Vorstandes

Nach einem Jahr ehrenamtlicher Vorstandsarbeit: Zeit für Bilanz und Ausblick. Nach einem intensiven ersten Amtsjahr zieht der Vorstand der Architektenkammer Berlin Bilanz und stellt die Weichen für die Zukunft. Im Mittelpunkt der Klausurtagung standen strategische Ziele, berufspolitische Herausforderungen und die Festlegung des Leitthemas 2027: sozialer Zusammenhalt.

Vor einem Jahr ging es los: Der neu gewählte ehrenamtliche Vorstand trat sein Amt an. Dies erfolgte mit dem Rückenwind der Kammerwahlen, einer neu startenden Vertreterversammlung, vielen Projekten und offenen Handlungssträngen vorheriger Vorstände und neuen Ideen. Ein intensives Jahr ist vergangen, das von besonderen Herausforderungen geprägt war: Neben dem Aufbau kammerinterner Arbeitsstrukturen galt es, sich den drängenden berufspolitischen Rahmenbedingungen zu stellen. Die im September 2026 anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus erforderten in kurzer Zeit zahlreiche berufspolitische Festlegungen, politische Gespräche und eine klare Positionierung der Kammer als Gemeinschaft der über 10.000 Kammermitglieder aller Fachrichtungen. Dies steht im aktiven und intensiven Austausch mit den Verbänden und Initiativen Berlins, die sich für Stadtentwicklung und Baukultur einsetzen. Erfolgreiche Weichenstellungen dafür, wie es zukünftig weitergeht, erfordern Zeit für Reflektion. Die jährliche Klausurtagung des Vorstandes bot dafür Gelegenheit. Es wurden Entwicklungen nachvollzogen, Erfolge gewürdigt und Strategien für die Zukunft entwickelt. 

Am Anfang der Klausur standen die umfassende Reflexion der bisherigen Arbeit, der strategischen Ausrichtung sowie die Analyse operativer Fragen. Vorstandsarbeit ist immer Teamwork, Rollen, Strukturen und Aufgabenverteilung dürfen ebenso wenig aus den Augen verloren werden wie die berufspolitischen Ziele auf Landesebene – also das, wofür die Kammerressourcen am besten einzusetzen sind. Ein zentrales Ergebnis der Klausur ist die Festlegung eines Schwerpunktthemas für 2027. Nachdem im laufenden Jahr wichtige Themen wie Umbauagenda, Urbanes Wohnen oder die Entwicklung eines KI-Kodexes im Mittelpunkt standen, regt der Vorstand für 2027 an, sich mit Fragen des sozialen Zusammenhaltes als Leitthema für die Kammeraktivitäten zu beschäftigen. Als berufliche Gemeinschaft eines freien Berufs ist es die besondere gesellschaftliche Verantwortung der Arbeit der Mitglieder wert, intensiver beleuchtet zu werden. Denn: Geopolitische Herausforderungen, wirtschaftliche und soziale Veränderungen gehen an den Menschen, an den Kiezen und Quartieren nicht spurlos vorbei. Die Auswirkungen auf den öffentlichen Raum, den Nahverkehr und das Stadtbild sind spürbar und das nicht nur in Kiezen mit sozialen Problemlagen. Hier ist die Gesellschaft in Gänze gefragt. Es geht dabei auch um räumliche und architektonische Lösungen – etwa für Unterkünfte und Hilfsangebote. Gleichzeitig sind neue Ansätze für Pflege und Erhalt der Bausubstanz gefragt, der Unterhalt des öffentlichen Raums, insbesondere von Parks und Grünanlagen muss neu verhandelt werden. Und Wertschätzung für die Umwelt ist auf allen gesellschaftlichen Ebenen stärker gefragt und muss thematisiert werden. 

Ein großes Thema für den Vorstand sind auch Grundsatzfragen zum Berufszugang, also der Blick nach innen sowie in Richtung Nachwuchs. Ergeben sich aus der jetzt auch in Berlin eingeführten Juniormitgliedschaft nur Rechte oder auch Berufspflichten? Wie soll der Umgang mit nicht-konsekutiven Studiengängen geregelt werden? Wie gelingt hier die bundesweite Zusammenarbeit besser? 

Und: Die IBA. Natürlich. Ein Schwerpunktthema für den Berufsstand Berlins und international in den kommenden Jahren – hier sind frühzeitig Positionen, fachliche Perspektiven und Ideen für zukunftsweisende Prozesse einzubringen. 

Die Klausur des Vorstands war ein wichtiger Schritt. Mit klaren Zielen und gemeinsam mit einer starken Berufsgemeinschaft geht die Architektenkammer Berlin die anstehenden Herausforderungen an.