06. Juli 2026

Ankündigung der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2034–2037

Der Berliner Senat hat am 24. März 2026 die Durchführung einer Internationalen Bauausstellung (IBA) 2034–37 beschlossen. Die Architektenkammer Berlin sieht darin eine große Chance, Berlin als Labor für eine klimagerechte und zukunftsfähige Stadtentwicklung zu positionieren. 

Der Berliner Senat hat am 24. März 2026 die Durchführung einer Internationalen Bauausstellung (IBA) 2034–37 beschlossen, um innovative Lösungen für ein wachsendes, klimaresilientes und zukunftsfähiges Berlin zu entwickeln, zu realisieren und auszustellen. Im Vorprüfungsprozess zu möglichen IBA-Standorten zeichnete sich eine deutliche Clusterung von Handlungserfordernissen entlang des S-Bahn-Rings ab – dort, wo die radialen Verbindungsachsen ihn kreuzen. Diese Radialen reichen von der inneren Stadt bis über die Berliner Landesgrenzen hinaus. An ihren Kreuzungspunkten mit dem Ring liegen die potenziellen IBA-Standorte: Orte mit großem Potenzial zur Vernetzung von innerer und äußerer Stadt, an denen als urbane Schwelle unterschiedliche Lebensrealitäten, Mobilitätsmuster und städtebauliche Situationen aufeinandertreffen. Das Szenario „Ring“ bildet so den Untersuchungsraum für die weiteren Aushandlungsprozesse, in denen die konkrete Kulisse der IBA festgelegt wird.

Mit der nun beginnenden Start- und Experimentierphase eröffnet die Auftaktausstellung „Ring frei für eine IBA!", die die inhaltlichen Leitlinien, thematischen Schwerpunkte und räumlichen Perspektiven der IBA bündelt. Begleitet wird sie von Statements der maßgeblichen Verbände, darunter auch der Architektenkammer Berlin.
Mehr Infos unter: IBA Berlin 2034-37 - Berlin.de

 

Positionen und Forderungen der Architektenkammer Berlin zur IBA 

Die Architektenkammer Berlin sieht in der beschlossenen IBA 2034-2037 eine große Chance, Berlin als Labor für eine klimagerechte und zukunftsfähige Stadtentwicklung zu positionieren. Voraussetzung sind verbindliche Qualitätsstandards und eine konsequente Orientierung am Gemeinwohl. Eine IBA bietet im Gegensatz zu punktuellen Großereignissen die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum hinweg exemplarische Projekte, neue Verfahren und eine qualitätsorientierte Bau- und Planungskultur zu entwickeln. Sie schafft einen verbindlichen Rahmen aus Zielen, Kriterien und Prozessen und ermöglicht eine internationale Sichtbarkeit, ohne kurzfristige Symbolarchitektur zu privilegieren. 
Die von Bausenator Christian Gaebler formulierten Ziele – insbesondere die Fokussierung auf die „urbane Transformation der gebauten Stadt“ sowie auf Klimaschutz, Klimaanpassung und den Umgang mit Grund und Boden – greifen zentrale Herausforderungen der Stadtentwicklung zutreffend auf. Die im Senatskonzept betonte Orientierung auf den Erhalt und die Weiterentwicklung bestehender Strukturen wird ausdrücklich unterstützt. Der Fokus auf Umnutzung, Ertüchtigung und schonenden Umbau entspricht zentralen Forderungen der Kammer. Diese Haltung muss konsequent umgesetzt werden: Das Weiterbauen im Bestand, die Aktivierung untergenutzter Flächen sowie Strategien der Suffizienz und Zirkularität müssen verbindliche Leitprinzipien aller IBA-Projekte sein. Die angekündigten Reallabore und Modellprojekte bieten die Chance, innovative Lösungen zu entwickeln und übertragbar zu machen. Entscheidend ist dabei, dass diese Projekte höchsten Anforderungen an Baukultur, Klimawirksamkeit und soziale Integration genügen. 

Die Architektenkammer Berlin sieht die besonderen Potenziale einer IBA insbesondere in: 
▪ der Entwicklung beispielhafter Pilotprojekte mit hoher architektonischer, ökologischer und sozialer Qualität, 
▪ der Verknüpfung von Hochbau, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Ingenieurwesen, 
▪ der Stärkung interdisziplinärer Wettbewerbs- und Vergabeverfahren, 
▪ der systematischen Integration von Klima-, Biodiversitäts- und Ressourcenzielen in Planung und Umsetzung, 
▪ der Verstetigung von Wissen durch Fort- und Weiterbildungsprogramme für Planende, Verwaltung und Bauwirtschaft

„Großereignisse entfalten nur dann eine positive Wirkung für Berlin, wenn sie mehr sind als kurzfristige Investitions- oder Imageprojekte“, erklärt Prof. Eike Roswag-Klinge, Präsident der Architektenkammer Berlin, „Sie müssen messbare Beiträge zur Lösung zentraler Herausforderungen leisten – insbesondere in den Bereichen bezahlbarer Wohnraum, Klimaanpassung, Biodiversität und soziale Gerechtigkeit.“
 

Zu dem Positionspapier der Architektenkammer Berlin zu Großprojekten

Zu der Pressemeldung der Architektenkammer zum IBA-Beschluss