Umfrageergebnisse zur Praxis öffentlicher Auftraggebender in Berlin veröffentlicht
Grundlage der Studie sind Angaben von 151 selbstständigen Kammermitgliedern, deren Büros regelmäßig für öffentliche Auftraggebende tätig sind. Im Ergebnis bestätigen sich klar Tendenzen, die durch den Berufsstand seit Jahren kritisch bewertet werden: Kleinere und mittlere Büros sind häufig strukturell benachteiligt, die Preisorientierung dominiert, oft auf Kosten von Qualität und Baukultur. Es liegen auch Erkenntnisse zu Rollen- und Leistungsverschiebungen an der Schnittstelle zwischen Planen und Bauen vor: Planende können ihre Kompetenzen nur eingeschränkt einbringen. Bürokratie und Verfahrenshürden nehmen zu. Und: Generalübernehmer erfüllen Versprechen wie Kostensicherheit und Effizienz selten; Qualitätseinbußen und höhere Kosten sind häufig die Folge.
Die Studie zeigt: Größere Büros erhalten mehr öffentliche Aufträge, oft über VgV-Verfahren oder Planungswettbewerbe. Kleinere Büros sind auf beschränkte Ausschreibungen oder freihändige Vergaben angewiesen. Die Fokussierung auf größere Büros engt den Markt zunehmend ein. Forderung der Architektenkammer ist es, für alle Bürostrukturen erfolgsversprechende Zugangsmöglichkeiten zu sichern. Ein Großteil der Befragten bewertet die Entwicklung der Vergabekultur in Berlin als negativ, besonders wegen der Zunahme von GP- und GÜ-Modellen sowie der Fokussierung auf Angebotspreise.
Zudem zeigt die Studie eine unterschiedliche Vergabepraxis bei öffentlichen Auftraggebern: Während Bezirke meist klassische Architektenverträge nutzen, setzen Wohnungsbaugesellschaften häufiger auf Generalplaner- oder Rahmenverträge. Die Architektenkammer fordert eine abgestimmte Landespolitik und mehr Austausch über erfolgreiche Modelle, gern auch mit Blick auf andere Regionen, in denen das partnerschaftliche Zusammenarbeiten für mehr Qualität besser gefördert wird.
Zur Auswertung der Studie: www.ak-berlin.de/fileadmin/user_upload/Fachthemen_Nachhaltiges_Planen_und_Bauen/Positionspapier/2025_AK_Berlin_Vertragsmodelle_Bericht.pdf