Aus insgesamt 59 Einreichungen von 641 Schülerinnen und Schülern aus Berlin und Brandenburg hat die Jury zum Schülerwettbewerb „ZWISCHEN(T)RÄUME“ insgesamt neun Gewinner gewählt.
Statement der Jury:
Mit ihrem Projekt hat die Giesensdorfer Grundschule eindrucksvoll gezeigt, wie Architekturvermittlung Kinder befähigt, ihre gebaute Umwelt aufmerksam wahrzunehmen, kritisch zu hinterfragen und kreativ weiterzudenken. In einer außergewöhnlich umfangreichen und fächerübergreifenden Lernwerkstatt entstand aus Recherche, Beobachtung, Forschung und gemeinsamer Gestaltung ein überaus vielschichtiger Beitrag, der das Wettbewerbsthema „Zwischen(T)räume" auf beispielhafte Weise interpretiert. Besonders überzeugt hat die Jury die konsequente thematische Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem Thema in den verschiedenen Fächern, die Vielfalt der entwickelten Formate - und somit die hohe räumliche und gesellschaftliche Qualität der Ergebnisse. Hier wird Architektur nicht nur erklärt, sondern erlebt, diskutiert und als gemeinsamer Gestaltungsprozess erfahrbar gemacht. Für diese herausragende Verbindung von Kreativität, Partizipation und baukultureller Bildung erhält die Giesensdorfer Grundschule den 1. Preis. (Karin Götz, Jurymitglied, Innenarchitektin und Vorstandsmitglied der Brandenburgischen Architektenkammer)
Statement der Jury
Mit ihrem Entwurf „Play.Plant.Cook.Chill“ verwandeln die Schülerinnen und Schüler einen unscheinbaren Zwischenraum ganz in der Nähe ihrer Schule in einen lebendigen Ort für Begegnung, Natur und gemeinsames Erleben. Besonders beeindruckt hat die Jury das durchdachte Zusammenspiel der einzelnen Bausteine: Gewächshaus mit Café, Outdoorküche, Amphitheater, Spiel- und Entspannungsbereiche und ein Kleintiergehege ergänzen sich zu einem vielseitigen und einladenden Gesamtkonzept. Der detailreiche Modellbau macht die räumliche Idee anschaulich und zeigt mit viel Fantasie und Sorgfalt, wie Architektur Menschen zusammenbringen kann. Der Entwurf verbindet Kreativität mit einem ausgeprägten Sinn für Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Aufenthaltsqualität. Für diese überzeugende Umsetzung des Wettbewerbsthemas „Zwischen(T)räume“ verleiht die Jury den 2. Preis. (Karin Götz, Jurymitglied, Innenarchitektin und Vorstandsmitglied der Brandenburgischen Architektenkammer)
Statement der Jury
Mit ihrem Projekt „Secret Rooms Zwischen(T)räume“ haben die Schülerinnen und Schüler auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie Architektur durch Neugier, Experiment und Fantasie entdeckt werden kann. Ausgehend von alltäglichen Zwischenräumen in ihrer Schule, entwickelten sie als sogenannte „Lichtforscher:innen“ poetische Rauminszenierungen, in denen Licht, Spiegelungen und kristalline Strukturen zu zentralen Gestaltungsmitteln wurden. Besonders beeindruckt hat die Jury, wie selbstverständlich Beobachtung, künstlerisches Experiment und räumliches Denken miteinander verbunden wurden und daraus eine ganz eigene Sicht auf den Schulort entstand. Der Beitrag macht sichtbar, dass Architektur nicht nur gebaut, sondern auch erlebt, erforscht und neu interpretiert werden kann. Für diese kreative und atmosphärisch dichte Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema erhält die Kristall Grundschule den 3. Preis. (Karin Götz, Jurymitglied, Innenarchitektin und Vorstandsmitglied der Brandenburgischen Architektenkammer)
Statement der Jury
Mit dem Projekt „Kant kann Zukunft“ hat die Junior Ingenieur Akademie des Wahlpflichtkurses WAT und Informatik der 9. Klassen eindrucksvoll gezeigt, wie junge Menschen die Schule von morgen gestalten können. Die 16 Schülerinnen und Schüler entwickelten auf Grundlage einer Online-Umfrage mit rund 500 Lernenden und Lehrkräften fundierte Zukunftsvisionen für ihren Schulstandort. Durch Datenauswertung, kreative Skizzen und den Einsatz von KI zur Visualisierung ihrer Ideen entstanden innovative Lösungsansätze zu den Themen Energieeffizienz, nachhaltige Energienutzung, Mobilität und Klimawandel. Höhepunkt des Projekts ist ein detailreiches Modell im Maßstab 1:200, das ökologische und soziale Nachhaltigkeit beispielhaft vereint. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der TU Berlin und dem Stadtplanungsamt Falkensee unterstreicht die hohe Qualität dieses Projekts, das verdient den 1. Preis der Sekundarstufe I erhält.(Florentine Baumann, Jurymitglied, Pädagogin)
Statement der Jury
Mit dem Projekt „Grüne ZwischenWelten – Baumhäuser als Lebens- und Lernorte“ hat die Klasse 10.1 der Ellen-Key-Schule eindrucksvoll gezeigt, wie Architektur, Kreativität und Nachhaltigkeit zusammenwirken können. Die 24 Schülerinnen und Schüler analysierten ihren Schulhof und entwickelten darauf aufbauend innovative Baumhauskonzepte für neue Lebens- und Lernorte. Dabei griffen sie jeweils ein Merkmal aus der Architekturgeschichte auf und interpretierten es zeitgemäß neu. Aus recycelten Materialien entstand ein detailreiches Modell, das auch die Innenraumgestaltung berücksichtigte. Mithilfe von KI wurde der Entwurf realitätsnah in Fotos des Schulhofs integriert und so anschaulich visualisiert. Das Projekt überzeugt durch kreative Ideen, nachhaltiges Denken und eine gewisse gestalterische Qualität und erhält verdient den 2. Preis. (Florentine Baumann, Jurymitglied, Pädagogin)
Statement der Jury
Der Entwurf eines Schwellenraums zwischen Bildungseinrichtungen und Kiez überzeugt durch seine qualitätvolle und konsequente Ausarbeitung vom städtebaulichen Konzept über die konstruktive Entwicklung bis hin zur Materialwahl. Besonders hervorzuheben ist die strategische Wahl des Standorts, der nicht nur für die Schule, sondern auch für die umliegenden Bildungseinrichtungen und die Nachbarschaft ein großes Potenzial zur Aufwertung des öffentlichen Raums birgt. Das einfache und zugleich robuste räumliche Gerüst ermöglicht vielfältige Nutzungsszenarien und verankert den Pavillon überzeugend im lebendigen Kontext des Stadtteils. Die vielfältigen und gestalterisch hochwertigen Darstellungsformen vermitteln den Entwurf ästhetisch und zeugen von einem bemerkenswerten Verständnis für architektonische Entwurfsprozesse. (Marie Schwarz, Jurymitglied, Bundesstiftung Baukultur)
Statement der Jury
Das Projekt beeindruckt durch die Tiefe des Planungsprozesses für einen vergleichsweise kleinen Raum. Ausgehend vom Erkennen eines bislang wenig genutzten Zwischenraums auf dem Schulgelände entwickelte der Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 einen vielschichtigen Entwurfsansatz. Historische Recherchen, eine umfassende und partizipative Bedarfsanalyse sowie die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Nutzergruppen führten zu einem überzeugenden Konzept. Jahreszeitliche Veränderungen, Lebensräume für Tiere und Pflanzen und die zukünftige Pflege des Ortes wurden von Beginn an mitgedacht. Die vielfältigen und kreativen Darstellungsweisen machen den Entwurfsprozess nachvollziehbar und entwickeln dabei eine eigenständige gestalterische Qualität. (Marie Schwarz, Jurymitglied, Bundesstiftung Baukultur)
Statement der Jury
Seien wir ehrlich: Nicht jeder Zwischenraum in Berlin ist ein Traum! Die Nischen und Resträume der Stadt werden gern benutzt, um Dinge zu verstecken, die keiner sehen soll: Sperrmüll, Dreck und Armut zum Beispiel. Aber auch Subkulturen, Beziehungen und Geschäftsideen blühen in diesen Zwischenräumen und machen die Stadt lebens- und liebenswert – oder nicht? Die Jury hat lange diskutiert über die Arbeit „Urbane Räume – Berlin ohne Filter“ der Merian-Schule aus Köpenick, deren Einreichung aus kunstvoll gestalteten Schuhkartons typischer Berliner „Kieze“ und einem Film besteht. Müll, Dreck und Geräusche inklusive! Einige Jurymitglieder waren davon begeistert, andere fragten sich, was das denn bitte mit Architektur (oder mit der Aufgabe) zu tun hat. Dabei fängt gute Architektur genau damit an: Mit einem genauen Hinsehen, einem ehrlichen, zugleich kritischen und liebevollen Blick auf das, was da ist. Wir freuen uns daher, dieses kreative Projekt mit dem „filterlosen Blick“ auf unsere Stadt mit einem dritten Preis auszuzeichnen. (Saskia Hebert, Jurymitglied, Architektin und Journalistin)
Statement der Jury
Die beiden Arbeiten schlagen die Umgestaltung eines Parkplatzes im Gewerbegebiets vor und möchten daraus einen Ort des sozialen Miteinanders schaffen. Die Projekte reagieren auf den Ort, indem über dem Parkplatz eine zweite Ebene entsteht: Beim Projekt „BelleWi – Schönes Wittenau“ wird eine begrünte Ebene mit Bäumen und elf Pavillons geschaffen, die zu Aktivitäten um Natur und Kreativität einladen. Beim Projekt „Pop im Block“ wird ein erhöhtes Jugendzentrum mit zwölf Pavillons vorgeschlagen, das mit der Farbe Pink einen starken Kontrast zur Umgebung schafft. Die Jury verleiht beiden Projekten der Katholischen Schule Salvador einen gemeinsamen 4. Platz und würdigt damit den kreativen Umgang mit einer wichtigen Herausforderung im Städtebau: großflächig, versiegelten Parkplatzanlagen. Die Projekte wurden unterstützt von der Architektin Anne Kleinlein. (Eike Richter, Jurymitglied, Landschaftsarchitekt und Vorstandsmitglied der Architektenkammer Berlin)
ZWISCHEN(T)RÄUME
Unter diesem Motto steht der Schulwettbewerb 2025/2026, ausgelobt von der Architektenkammer Berlin und der Brandenburgischen Architektenkammer. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie in Berlin sowie des Ministers für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg. Architektur und Stadtplanung prägen unsere Umgebung und beeinflussen, wie wir Räume erleben und nutzen. Mit diesem Wettbewerb wollen wir Schülerinnen und Schüler ermutigen, sich selbst an der Gestaltung von Räumen zu beteiligen. Öffentliche Räume sind dabei besonders wichtig, da sie Orte der Begegnung, des Spiels und der Kreativität für alle bieten. In Zeiten, in denen der öffentliche Raum immer mehr „begrenzt und umkämpft“ ist, wollen wir Kinder und Jugendliche auffordern, einen Ort für eigene Bedürfnisse und für die Gemeinschaft zu gestalten, der zwischen Schulalltag und der häuslichen Lebenswelt liegt.
Aufgabe
Ziel ist es, durch unterschiedliche architektonische Ideen einen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander zu leisten. Die Nutzungen können an bestehende Initiativen anknüpfen oder fiktive Ideen der Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Für ihren Wettbewerbsbeitrag sollen sich die Schülerinnen und Schüler im eigenen Umfeld einen Ort suchen, an dem eine neue Nutzung für sie vorstellbar ist oder wünschenswert wäre. Das kann auf dem Schulhof, einem nahegelegenen Parkplatz oder in einem leerstehenden Gebäude der Fall sein. Der Ort sollte sich für gemeinsame Aktivitäten eignen. Dem kreativen Teil der Arbeit soll eine Analyse des Ortes durch die Schülerinnen und Schüler vorausgehen. Der gewählte Ort wird für die Einreichung auch dokumentiert, z.B. als gestaltetes Plakat, künstlerische Umsetzungen oder als filmische Dokumentation. Die eher kleinen Strukturen sollen eine Grundfläche von ca. 25 m2 erhalten und können Bestehendes einbeziehen.
Die einzelnen Ideen sollen zu einem Gemeinschaftsprojekt zusammengefasst werden, indem verschiedene Nutzungen verknüpft und auch räumliche Verbindungen hergestellt werden können. Mögliche Nutzungen sind, z. B. ein Entspannungsraum und eine Fahrrad Reparatur-Station, eine Jugendfreizeiteinrichtung mit einer Bücherbox, ein Infopunkt für Müllvermeidung mit einem Kreativ-Spielraum oder anderes. Ziel der Aufgabenstellung ist es, individuelle Ideen zu einem gemeinsamen architektonischen bzw. landschaftsarchitektonischen Konzept zusammenzufassen. Kreativität ist ausdrücklich erwünscht. Die Ergebnisse können somit als Modell, Zeichnung, Plakat, Film o.ä. präsentiert werden. Die Architekturen können im Sinne der Nachhaltigkeit aus gebrauchten Materialien gebaut werden.
Weitere Informationen zur Aufgabenstellung finden Sie in unserem Faltblatt.
Online-Registrierung zur Teilnahme: ab 8. September 2025 freigeschaltet
Informationsveranstaltung Netzwerktreffen: 7. Oktober 2025
Einsendeschluss: bis 6. Mai 2026
Jurysitzung: Mitte Juni 2026
Benachrichtigung über Ergebnisse/Auswahl: Ende Juni 2026
Preisverleihung: 25. September 2026
Die eingereichten Beiträge werden einer unabhängigen Jury vorgelegt. Die Jury setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Institutionen, Presse, Fachlehrkräften und Mitgliedern der Architektenkammern zusammen. Maßgeblich für das Urteil der Jury ist die Gesamtqualität der eingereichten Unterlagen. Die Bewertung der eingereichten Wettbewerbsarbeiten erfolgt nach drei Klassenstufen (1. bis 6., 7. bis 10. und 11. bis 13. Klasse).
Beurteilungskriterien:
– Kreativität und Innovation des Wettbewerbsbeitrages
– Inhalt und Darstellung
– Tiefe der Bearbeitung
– Integration von Einzelideen und Nutzungen in ein Gesamtkonzept
Mitglieder der Jury 2026:
- Dr. Julia Gill, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
- Karin Götz, Innenarchitektin und Vorstandsmitglied der Brandenburgischen Architektenkammer
- Saskia Hebert, Architektin und Journalistin
- Uta Rinklebe, MACHmit! Museum für Kinder
- Marie Schwarz, Bundesstiftung Baukultur
- Florentine Baumann, Pädagogin
- Eike Richter, Landschaftsarchitekt und Vorstandsmitglied der Architektenkammer Berlin
Auswahlergebnis:
Die Wettbewerbsteilnehmenden werden nach der Jurysitzung Ende Juni 2026 über die Ergebnisse informiert und zur Preisverleihung am 25. September 2026 in die Akademie der Künste eingeladen.
Insgesamt stehen als Preissumme 3.000 Euro zur Verfügung. Die Preise werden nach Klassenstufen bzw. Altersgruppen vergeben: 1. bis 6. Klasse, 7. bis 10. Klasse, 11. bis 13. Klasse. Je Klassenstufe sind drei Preise in folgender Staffelung vorgesehen: 500, 300 und 200 Euro. Die Jury kann einstimmig über eine andere Verteilung der Preissumme beschließen.
Alle Wettbewerbsteilnehmenden werden nach der Jurysitzung Mitte Juni 2026 über die Ergebnisse informiert. Die öffentliche Bekanntgabe der Preisträger erfolgt im Rahmen der Preisverleihung beim Sommerfest der Architektenkammer Berlin am 25. September 2026 in der Akademie der Künste. Zur Preisverleihung werden die Preisträgerprojekte öffentlich ausgestellt.