Öffentliche Bestellung und Vereidigung zum Sachverständigen

Die öffentliche Bestellung kann erfolgen, wenn das 30. Lebensjahr vollendet ist.

Die besondere Sachkunde auf dem Sachgebiet der Bestellung ist durch den Bewerber zur Überzeugung der Kammer nachzuweisen. Es sind überdurchschnittliche Kenntnisse, Fähigkeiten und praktische Erfahrungen auf diesem Sachgebiet erforderlich, die über die ordnungsgemäße Ausübung des Berufs hinausgehen.

Zur besonderen Sachkunde gehört auch und besonders die Fähigkeit, das Fachwissen in Gutachtenform so darzustellen, dass die Ergebnisse und Überlegungen nachvollziehbar sind. Nachvollziehbarkeit bedeutet, das Gutachten so aufzubauen und zu begründen, dass ein Laie (z.B. Richter) es verstehen und auf seine Plausibilität prüfen, ein Fachmann die Gedankengänge und Argumente des Sachverständigen, die zu einem Ergebnis bzw. einer bestimmten Meinung führen, im einzelnen prüfen kann.

Der Bewerber muss persönlich geeignet sein. Dies setzt voraus, dass er die Gewähr dafür bietet, die Gutachtertätigkeit objektiv und unparteiisch auszuüben.

Wesentliche Eigenschaften in diesem Zusammenhang sind persönliche Zuverlässigkeit, Charakterstärke, Unparteilichkeit, Sachlichkeit und Unabhängigkeit. Interessenbindungen jeder Art können die persönliche Eignung grundsätzlich in Frage stellen, weil der Sachverständige möglicherweise nicht unabhängig tätig sein kann und damit Objektivität und Unparteilichkeit in den Augen der Öffentlichkeit nicht mehr gewährleistet sind.

Der Antrag auf öffentliche Bestellung

Über den Antrag entscheidet der Eintragungsausschuss bei der Kammer.
Bei Einreichen des Antrages sind folgende Unterlagen beizufügen:

a.   Lebenslauf in tabellarischer Form einschließlich Lichtbild.
b.   Beglaubigte Abschriften oder Fotokopien aller antragsrelevanten Zeugnisse, Diplome oder sonstige Urkunden, insbesondere über die Berechtigung zur Führung etwaiger akademischer Titel und Grade oder sonstiger Berufsbezeichnungen und Beschäftigungsnachweise. Die Beglaubigung kann durch gleichzeitige Vorlage der Originale ersetzt werden.
c.   Auszug aus dem Bundeszentralregister, der nicht älter als drei Monate sein darf.
d.   Ausdrückliche Erklärung, dass der Bewerber
 

 

bereit ist, als Sachverständiger tätig zu sein; bei Bewerbern in einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis ist eine Zustimmungs- und weitgehende Freistellungserklärung des Arbeitgebers erforderlich, die auf einem gesonderten Formblatt abzugeben ist. Dieses kann von der Architektenkammer Berlin gegebenenfalls gesondert angefordert werden. Bei Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes ist die Frage der Nebentätigkeitsgenehmigung zu klären.
 

 

in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt und seinen steuerlichen Verpflichtungen nachkommt.
 

 

bisher nicht als Sachverständiger öffentlich bestellt war; falls doch, wann und von wem und für welches Sachgebiet.
 

 

bisher noch keinen Antrag auf öffentliche Bestellung als Sachverständiger bei dieser oder einer anderen Kammer oder Behörde gestellt hat; falls doch, wann, bei wem und mit welchem Ergebnis.
e.   Beauftragte und eigenständig erstattete Gutachten auf dem beantragten Bestellungsgebiet und/oder Unterlagen, wie Ausarbeitungen, Liste der Veröffentlichungen, Aufsätze, wissenschaftliche Abhandlungen oder Untersuchungen, Vorträge und dergleichen, aus denen sich die nachzuweisende besondere Sachkunde und die Fähigkeit zur Gutachtenerstattung ergibt
f.   Referenzliste
Angabe von mindestens drei Personen, die Aussagen über die persönliche Eignung und/oder die nachzuweisende besondere Sachkunde geben können.


Weiteres Verfahren

a. Überprüfung der besonderen Sachkunde durch die Kammer.
b. Entscheidung über die Bestellung durch den Eintragungsausschuss der Architektenkammer Berlin aufgrund der Empfehlung des Fachkundegremiums.
c Die Entscheidung der Kammer wird dem Bewerber bekanntgegeben. Anschließend erfolgt bei positivem Ergebnis die öffentliche Bestellung und Vereidigung.


Gebühren

Bei Antragstellung sind im voraus 1.534,00 Euro an die Architektenkammer Berlin (Bank für Sozialwirtschaft AG, BLZ 100 205 00, Konto 30 531 00) zu überweisen.

Der Betrag setzt sich zusammen aus:

515,00 Euro - Gemäß Gebührenordnung der Architektenkammer Berlin, § 2, Abs. 3, Nr. 1

1.019,00 Euro - Auslagenvorschuss für die fachliche Überprüfung der besonderen Sachkunde gemäß Gebührenordnung der Architektenkammer Berlin, § 2, Abs. 4. Die tatsächlichen Kosten werden nach Abschluß des Verfahrens abgerechnet und können den Betrag von 1.019,00 Euro überschreiten.

Falls sich der Gebührensatz vor der Antragstellung ändert, ist die entsprechende Gebühr zu zahlen.