Spuren in Walbeck – Gedenkraum

Kultur — 2008

AH Architekten BDA


Ein von außen zugänglicher ehemaliger Heizungskeller der Kirche wurde zum Ort des Erinnerns an die Häftlinge im Außenlager »Gazelle« des KZs Buchenwald. Sie mussten einst in den Kalischächten bei Walbeck Zwangsarbeit leisten. Der Keller ist über Luftschächte mit dem Kirchenraum verbunden. Durch alte Bodengitter vor dem Altar blickt man so aus der Kirche in den Gedenkraum. Der Keller erhielt ein Inlet aus Beton, das den Boden bedeckt. An der Außenwand kantet es sich zu einer Sitzbank auf. Über einer runden Bodenvertiefung ist ein Betonzylinder platziert, der im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Uni Kassel realisiert wurde. Schichtweise in den Beton eingelegte, Licht leitende Fasern sammeln das Licht aus dem Kirchenraum, bringen die Skulptur zum Leuchten und erhellen den Gedenkraum. Die zylindrische Form der Skulptur erinnert an das Verschlussbauwerk der Kalistollen im nahe gelegenen Wald.

Spuren in Walbeck – Gedenkraum

Kirche St. Michael
39356 Walbeck

AH Architekten BDA

Bauherr

Evangelische Kirchengemeinde Walbeck

Projektdaten

BGF: 15 m² 
BRI: 38 m³
Baukosten: 1.330 EUR/m²